Zugbegleiterin kämpft gegen tägliche Gewalt: "Wir sind keine Punchingbags!"

Nadeshda Sölzer
Nadeshda Sölzer
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Ein Schwarz-Weiß-Bild einer Zugkollision mit Menschen in Helmen drumherum, Strommasten, Bäume, Gebäude und einen klaren Himmel im Hintergrund.Nadeshda Sölzer

Zugbegleiterin kämpft gegen tägliche Gewalt: "Wir sind keine Punchingbags!"

Mandy Brune, Zugbegleiterin aus Saerbeck, fordert mehr Arbeitssicherheit nach wiederholten Bedrohungen und Gewalt am Arbeitsplatz. Sie unterstützt die Kampagne "Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch!" und macht damit auf die Herausforderungen aufmerksam, denen Zugbegleiter:innen und andere Beschäftigte im öffentlichen Dienst täglich ausgesetzt sind.

Brune erlebte verbale Angriffe, körperliche Bedrohungen und gefährliche Situationen, während sie oft alleine im Dienst war. In einigen Fällen standen Fahrgäste tatenlos daneben, beobachteten die Vorfälle oder filmten sie sogar, statt einzugreifen. Nun hofft sie, dass mehr Menschen in Zukunft Zivilcourage zeigen, wenn sie Zeug:innen solcher cyberangriffe werden.

Doch das Problem geht über ihre persönlichen Erfahrungen hinaus: Allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 verzeichnete die Deutsche Bahn durchschnittlich fünf körperliche Angriffe auf Mitarbeiter:innen pro Tag – insgesamt rund 1.500 Vorfälle. Offizielle Polizeistatistiken für 2023 liegen zwar noch nicht vor, doch der Trend sorgt für große Besorgnis.

Brune spürt erste Erfolge der Aufklärungskampagnen: Einige Fahrgäste nehmen sie inzwischen in Schutz. Gleichzeitig fordert Neithard von Böhlen, Landesvorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Nordrhein-Westfalen, konsequente Maßnahmen. Dazu gehören unter anderem Doppelte Besetzungen in Zügen, Körperkameras für Beschäftigte und eine spezielle Staatsanwaltschaft zur Ahndung von Übergriffen auf Zugpersonal.

Die Kampagne soll Fahrgästen ins Bewusstsein rufen, dass hinter den Uniformen echte Menschen stehen, die reale Risiken tragen. Während Brune weiterhin für sichere Arbeitsbedingungen kämpft, drängen Gewerkschaften auf strukturelle Veränderungen. Das Ziel: mehr Sensibilisierung, strengere Schutzmaßnahmen – und weniger Gewalt gegen Beschäftigte im Verkehrssektor.

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