Mönchengladbachs Kasernengelände wird zur Mischzone aus Bundeswehr und E-Bus-Depot
Mönchengladbachs Kasernengelände wird zur Mischzone aus Bundeswehr und E-Bus-Depot
Auf dem Gelände der ehemaligen Niederrheinkasernen in Mönchengladbach stehen nach einer Einigung zwischen Bund, Land und Kommune tiefgreifende Veränderungen bevor. Ein Teil des Areals wird von einer neuen Bundeswehr-Liegenschaft genutzt, während ein weiterer Abschnitt zu einem nachhaltigen Busdepot für Elektrofahrzeugflotten umgebaut wird. Die Pläne haben jedoch eine Debatte über die wirtschaftliche Entwicklung und zukünftige Arbeitsplätze ausgelöst.
Bund und Land bestätigten, dass auf dem Gelände des ehemaligen Joint Headquarters (JHQ) eine neue Bundeswehr-Einrichtung entstehen soll. Daneben wird Nordrhein-Westfalen ein Unterbringungszentrum mit 140 Plätzen für abschiebungspflichtige Personen errichten. Die Landesministerin für Flüchtlinge und Integration, Josefine Paul, betonte, dass die Einrichtung eine rechtssichere und geordnete Durchführung von Abschiebungen gewährleisten werde.
Der verbleibende Teil des Geländes wird an den lokalen Versorger NEW verkauft, der dort ein nachhaltiges Busdepot für Mönchengladbach und Viersen errichten wird. Das Depot soll vollständig elektrifizierte Busflotten bedienen und markiert damit einen Schritt in der grünen Wende der Stadt. Oberbürgermeister Felix Heinrichs bezeichnete die Vereinbarung als Meilenstein, der Planungssicherheit für ein Millionenprojekt und potenzielle Industriearbeitsplätze biete.
Die Entscheidung stößt jedoch auch auf Kritik. Die SPD-Fraktion im Stadtrat argumentierte, die Landespläne gefährdeten das Wirtschaftswachstum Mönchengladbachs, und forderte eine zügige Überprüfung. Obwohl Heinrichs die Bundeswehr-Erweiterung begrüßte, räumte er ein, dass dadurch kein Raum für weitere gewerbliche Nutzungen bleibe – ein zentrales Anliegen der Stadt. Er kündigte an, mit dem Land nachverhandeln zu wollen, um Flächen für Unternehmen und neue Arbeitsplätze zu sichern.
Der CDU-Landtagsabgeordnete Jochen Klenner schlug vor, die zwingend notwendigen Bundes- und Landesnutzungen auf dem Gelände zu überprüfen, um Flächen für kommunale Gewerbeprojekte freizumachen. Unterdessen lobte NRW-Finanzminister Dr. Marcus Optendrenk die Einigung als wichtigen Beitrag zur Deckung des Unterbringungsbedarfs des Landes.
Unklar bleibt bisher, wie viele Arbeitsplätze durch das Busdepot entstehen werden, da noch keine konkreten Zahlen vorliegen.
Die Vereinbarung setzt eine Mischung aus militärischer Infrastruktur, Migrationsmanagement und grüner Verkehrswende auf dem ehemaligen Kasernengelände in Gang. Mönchengladbach steht nun vor der Herausforderung, die Anforderungen von Bund und Land mit den eigenen wirtschaftlichen Zielen in Einklang zu bringen. Weitere Verhandlungen werden zeigen, ob noch Raum für gewerbliche Entwicklungen gesichert werden kann.
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