10-MW-Elektrolyseanlage in Düren: Grüner Wasserstoff zu teuer und ineffizient

Steve Hecker
Steve Hecker
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Ein elegantes, modernes Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektrofahrzeug mit glänzendem schwarzen Finish, beschrifteten Komponenten und einem hellgelben Hintergrund.Steve Hecker

10-MW-Elektrolyseanlage in Düren: Grüner Wasserstoff zu teuer und ineffizient

In Düren entsteht eine neue 10-MW-Elektrolyseanlage

Im Brainergy Park in Jülich, Deutschland, wird derzeit eine neue Elektrolyseanlage mit einer Leistung von 10 Megawatt gebaut. Die 35 Millionen Euro teure Anlage, die mit 14,7 Millionen Euro Bundesförderung unterstützt wird, soll grünen Wasserstoff für die regionale Industrie produzieren. Erste Berechnungen deuten jedoch auf hohe Kosten und eine geringe Effizienz hin – insbesondere, wenn nur 20 Wasserstoffbusse beliefert werden.

Die Anlage ist darauf ausgelegt, bis zu 180 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde oder etwa 1.577 Tonnen jährlich zu erzeugen. Der Großteil der Produktion soll an ThyssenKrupp Steel Europe und andere regionale Industrieunternehmen gehen. Doch mit nur 20 Bussen, die etwa 72 Tonnen pro Jahr verbrauchen, wird die Anlage lediglich zu 5 bis 7 Prozent ausgelastet sein.

Geringe Auslastung treibt die Kosten in die Höhe Bei einer so niedrigen Kapazitätsnutzung steigen die Kosten deutlich. Allein die jährlichen Kapitalkosten belaufen sich auf 4,97 Millionen Euro, was die durch Investitionen bedingten Wasserstoffkosten auf 69 Euro pro Kilogramm hochtreibt. Werden Strom- und Wartungskosten hinzugerechnet, liegen die Gesamtkosten pro Kilogramm zwischen 105 und 140 Euro. Damit sind Wasserstoffbusse deutlich teurer als alternative Antriebe.

Emissionsvergleich wirft Fragen auf Auch beim CO₂-Ausstoß gibt es Bedenken: Grüner Wasserstoff, der aus Erdgas gewonnen wird, verursacht je nach Berechnungsmethode jährlich 43,9 bis 48,8 Tonnen CO₂. Nutzt die Anlage den deutschen Strommix, könnten die Betriebsemissionen sogar denen von Dieselbussen entsprechen oder diese übertreffen – diese stoßen etwa 79,5 Tonnen pro Jahr aus. Zum Vergleich: Elektrobusse mit Batterieantrieb kommen auf rund 34,2 Tonnen jährlich.

Wirtschaftlichkeit des Projekts in der Kritik Die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens steht zunehmend in der Diskussion. Der Bundesrechnungshof hat kürzlich eine Überprüfung der deutschen Wasserstoffstrategie angemahnt und auf die Herausforderungen bei Kosten und Effizienz hingewiesen. Gleichzeitig setzen lokale Verkehrsbetriebe weiter auf batteriebetriebene Elektrobusse, die derzeit sowohl günstiger als auch umweltfreundlicher sind.

Die Anlage in Jülich wird ihren Betrieb mit der begrenzten Nachfrage der Busse aufnehmen, was die Auslastung niedrig und die Kosten hoch hält. Während Wasserstoff für die Schwerindustrie Priorität bleibt, sieht sich sein Einsatz im öffentlichen Nahverkehr mit wirtschaftlichen und ökologischen Hürden konfrontiert. Die langfristige Tragfähigkeit des Projekts hängt davon ab, ob die Nachfrage über die aktuellen 20 Fahrzeuge hinaus gesteigert werden kann.

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