Herbert Reul warnt vor wachsender linksextremistischer Gewalt in NRW – doch von Terror keine Spur

Nadeshda Sölzer
Nadeshda Sölzer
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Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast im Hintergrund, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.Nadeshda Sölzer

Herbert Reul warnt vor wachsender linksextremistischer Gewalt in NRW – doch von Terror keine Spur

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hat einen neuen Bericht zu linksextremistischen Bedrohungen in der Region veröffentlicht. Die Einschätzung warnt vor militanten Gruppen, steigenden Sachbeschädigungen und anarchistischen Netzwerken – doch es gebe keine klaren Belege für eine Entwicklung hin zu organisiertem Terrorismus.

Im Fokus steht die Gruppe "Angry Birds Command", die als Sabotagenetzwerk in Nordrhein-Westfalen agieren soll. Laut Bericht verfolgt sie eine anarchoprimitivistische Ideologie und strebt an, industrielle Infrastruktur zu zerstören, um die Vorherrschaft der Natur über menschliche Systeme wiederherzustellen. Öffentlich zugängliche Quellen liefern jedoch keine nachprüfbaren Hinweise auf jüngere Aktivitäten, Ziele oder Methoden der Gruppe.

Politisch motivierte Sachbeschädigungen haben in der Region stark zugenommen. Die Vorfälle verdoppelten sich von 2024 auf 2025, wobei viele die Zerstörung rechtsextremer Wahlkampfmaterialien betrafen. Der Bericht verweist zudem auf linke Kampfsportgruppen und nennt Aufkleber mit Parolen wie "Nazis boxen" als Zeichen zunehmender Aggressivität.

Reuls Analyse erwähnt auch den "Budapester Komplex" und verbindet lokale Aktivist:innen mit Solidaritätsprotesten in Jena. Zwar warnt das Dokument vor wachsender extremistischer Gefahr, vermeidet aber die Einstufung als "Linksterrorismus". Ein ehemaliger Aktivist erklärte im Gespräch mit dem WDR, er fühle sich bei Protesttaktiken und Auseinandersetzungen mit der Polizei unwohl, lehnte jedoch pauschale Verurteilungen linker Bewegungen ab.

Herbert Reul, seit 2017 Innenminister, gilt als politisch versiert und genießt hohe öffentliche Anerkennung. Sein aktueller Bericht spiegelt die fortlaufenden Bemühungen wider, extremistische Tendenzen zu beobachten, ohne akute Bedrohungen zu dramatisieren.

Die Erkenntnisse unterstreichen zwar einen Anstieg militanter Aktionen, doch fehlen konkrete Beweise für strukturierte terroristische Planungen. Zwar nehmen Sachbeschädigungen zu, doch viele stehen im Zusammenhang mit Gegenprotesten gegen rechtsextreme Gruppen. Die Behörden bleiben wachsam und unterscheiden weiterhin zwischen radikalem Aktivismus und organisierter Gewalt.

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