Julian Barnes warnt bei Lit.Cologne vor Europas Zersplitterung und stellt sein letztes Buch vor
Julian Barnes: '1984' ist jetzt Realität - Julian Barnes warnt bei Lit.Cologne vor Europas Zersplitterung und stellt sein letztes Buch vor
Julian Barnes hat das diesjährige Lit.Cologne-Festival mit einem Appell für europäische Einheit eröffnet. Der 80-jährige Autor warnte vor der Zersplitterung des Kontinents in einer sich rasant verändernden globalen Landschaft. In seiner Rede ging er auch auf sein jüngstes – und möglicherweise letztes – Buch 'Abschied(e)' ein, das er nach einer Krebsdiagnose verfasst hat.
In Köln beschrieb Barnes eine Welt, die heute in drei paranoide Machtblöcke gespalten sei: China, Russland und Amerika. Er argumentierte, George Orwells '1984' sei zur Realität geworden, da Überwachung und Propaganda die moderne Politik prägten. Seine Kritik richtete sich auch gegen Donald Trump, den er als unwissend bezeichnete und dessen Aufmerksamkeitsspanne er mit der eines Goldfischs verglich.
Der Autor las Auszüge aus 'Abschied(e)', ein Werk, das er als sein letztes betrachtet. Trotz seiner scharfen Bemerkungen zu globalen Bedrohungen löste seine Rede keine breitere Debatte über die politische Rolle der EU aus. Stattdessen konzentrierte er sich auf das Überleben und ermahnte Europa, sich gegen äußere Druckfaktoren zu behaupten.
Als er die Bühne verließ, erhielt er stehende Ovationen.
Barnes' Auftritt bei Lit.Cologne unterstrich seine Sorgen um die Zukunft Europas. Sein letztes Buch und seine gesundheitlichen Kämpfe verleihen seinen Warnungen vor einer zersplitterten Welt zusätzliches Gewicht. Doch sein Aufruf zur Einheit bleibt ein persönliches Plädoyer – weniger ein Wendepunkt in der politischen Diskussion.
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