Gefälschte Null-Euro-Tickets: Aktivisten täuschen Deutsche Bahn mit genialer Protestaktion

Folker Rogge
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2 Min.
Ein Plakat, das eine Bahn in Berlin, Deutschland, bewirbt, mit einem Bild einer Bahn und darauf geschriebenem Text.Folker Rogge

Gefälschte Null-Euro-Tickets: Aktivisten täuschen Deutsche Bahn mit genialer Protestaktion

Falsche Plakate für "Null-Euro-Tickets" an über 20 Bahnhöfen in Deutschland aufgetaucht

An mehr als 20 Bahnhöfen in ganz Deutschland sind gefälschte Werbeplakate für "Null-Euro-Tickets" aufgehangen worden. Die von Aktivisten organisierte Aktion imitiert offizielle Anzeigen der Deutschen Bahn, um für einen kostenlosen ÖPNV zu werben. Die Gruppe hinter der Aktion hat sich inzwischen zu dem Coup bekannt.

Das Aktivistenkollektiv Widerstands-Kollektiv brachte die täuschend echten Plakate in Bahnhöfen von vier Bundesländern an: Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen und Baden-Württemberg. Das Design ähnelt stark den echten Werbekampagnen der Deutschen Bahn – inklusive Markenlogo und einem Ticketpreis von null Euro. Parallel zu den Plakaten schaltete die Gruppe eine Website, bahn-kostenlos.info, um ihre Forderung nach gebührenfreiem Nahverkehr weiter zu verbreiten.

Die Deutsche Bahn bezeichnete die Kampagne umgehend als betrügerisch und kündigte rechtliche Schritte an. Das Werbeunternehmen Ströer, das die Plakatflächen in den Bahnhöfen verwaltet, bestätigte, dass alle unbefugten Materialien entfernt worden seien. Diese Form des Protests, bekannt als Adbusting, besteht darin, echte Werbung durch politische oder satirische Botschaften zu verändern oder zu ersetzen – ein Vorgehen, das bereits in der Vergangenheit rechtliche Konsequenzen nach sich zog.

2019 urteilte ein Berliner Gericht, dass bestimmte Fälle von Adbusting nach deutschem Recht strafbar sein können. Dennoch besteht das Widerstands-Kollektiv darauf, dass seine Aktion legal sei. Die Aktivisten argumentieren, ihr Ziel sei es, eine Debatte über die Verkehrswende in Deutschland anzustoßen. Sie fordern unter anderem die Abschaffung von Dienstwagenprivilegien und einen Umstieg auf einen voll finanzierten öffentlichen Nahverkehr.

Die gefälschten Ticket-Plakate sind zwar von den Bahnhöfen entfernt worden, doch die Botschaft der Aktivisten bleibt in der öffentlichen Diskussion präsent. Mögliche juristische Schritte der Deutschen Bahn könnten präzedenzwirksam für den Umgang mit ähnlichen Protesten in Zukunft sein. Die Gruppe wirbt weiterhin auf ihrer Website und in Stellungnahmen für ihre Vision eines ticketfreien Bus- und Bahnverkehrs.

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