Duisburgs vergessene NS-Endphaseverbrechen: Ein Historiker deckt dunkle Geheimnisse auf

Steve Hecker
Steve Hecker
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Eine große Anzahl rechteckiger Betonplatten höchsten variierender Höhen, die in einem Gittermuster auf einem abschöpfigen Feld angeordnet sind, mit einer ernsten und nachdenklichen Atmosphäre.Steve Hecker

Duisburgs vergessene NS-Endphaseverbrechen: Ein Historiker deckt dunkle Geheimnisse auf

Ein wenig bekannter Abschnitt der Duisburger Geschichte wird in einem bevorstehenden Vortrag beleuchtet. Am 8. März 2023 spricht der Historiker Thorsten Fischer über NS-Endphaseverbrechen, die in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs in der Stadt verübt wurden. Die Veranstaltung im Kultur- und Stadthistorischen Museum wirft Licht auf eine dunkle, oft verdrängte Phase der lokalen Erinnerung.

Ende März und Anfang April 1945 ließ der Duisburger Polizeichef Franz Bauer 38 Menschen ohne Prozess hinrichten. Die Erschießungen fanden am 21. März und 9. April statt – nur wenige Wochen vor der Befreiung der Stadt. Zunächst wurden die Opfer in einem Massengrab auf dem Waldfriedhof beigesetzt.

Nach der Befreiung Duisburgs durch die Alliierten am 12. April 1945 wurden die Leichen exhumiert und am König-Heinrich-Platz erneut bestattet. Die Stätten wurden als "Russengräber" bekannt. Der amerikanische Stadtkommandant ordnete später an, diese Gräber wie einen ordentlichen Friedhof zu pflegen, damit sie als sichtbares Mahnmal der NS-Grausamkeiten erhalten blieben.

Der Vortrag ordnet diese Ereignisse in ein größeres Muster der Gewalt ein, das sich im Frühjahr 1945 in ganz Deutschland abspielte. Zwar sind die Duisburger Fälle weniger dokumentiert als etwa in Leipzig oder Chemnitz, doch spiegeln die Verbrechen die brutalen Maßnahmen wider, zu denen NS-Funktionäre in den letzten Kriegstagen griffen. Der Eintritt zur Veranstaltung ist im Museumseintritt enthalten, der für Erwachsene 4,50 Euro und für Kinder sowie Ermäßigte 2 Euro beträgt.

Ziel des Vortrags ist es, eine fast vergessene Episode der Duisburger Vergangenheit ins Bewusstsein zu rücken. Durch die Auseinandersetzung mit diesen Verbrechen setzt sich die Stadt mit ihrer Rolle in den letzten Monaten der NS-Herrschaft auseinander. Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, mehr über eine Zeit zu erfahren, die tiefe Spuren in der Gemeinschaft hinterlassen hat.

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