Gericht stoppt Extremismus-Einstufung der AfD durch Verfassungsschutz
AfD gewinnt Eilantrag, um eine Einstufung als rechtsextrem zu vermeiden - Gericht stoppt Extremismus-Einstufung der AfD durch Verfassungsschutz
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) darf die Alternative für Deutschland (AfD) vorerst nicht als bestätigt rechtsextremistische Organisation einstufen. Dies entschied das Verwaltungsgericht Köln, das die Behörde anwies, den Ausgang der laufenden Gerichtsverfahren abzuwarten, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird. Die AfD hatte die mögliche Einstufung gerichtlich angefochten, was zu diesem vorläufigen Stopp führte.
Der Streit begann, als das BfV die AfD in ersten Bewertungen als Verdachtsfall für Rechtsextremismus einordnete. Diese vorläufige Klassifizierung wurde vom Oberverwaltungsgericht (OVG) Nordrhein-Westfalen im Mai 2024 bestätigt. Ein Jahr später, im Mai 2025, verschärfte das BfV seine Position und stufte die Partei auf Bundesebene als bestätigt rechtsextrem ein.
Nach der Klage der AfD gab das BfV eine Zusage zur Aussetzung der Maßnahme ab und verpflichtete sich, die verschärfte Einstufung bis zu einer gerichtlichen Entscheidung nicht öffentlich zu verwenden. Die Behörde hatte bereits gegen bestimmte Strömungen innerhalb der Partei vorgegangen, darunter die inzwischen aufgelöste "Flügel"-Gruppierung, die sie im März 2020 als bestätigt rechtsextrem einordnete. Auch Landesverbände wie die AfD Niedersachsen standen unter verstärkter Beobachtung; das Landesamt stufte sie im Februar 2026 als Objekt von besonderer Bedeutung ein.
Mit dem jüngsten Urteil des Kölner Gerichts darf das BfV die Einstufung als bestätigt extremistisch vorerst nicht durchsetzen. Der Fall wird in einer Hauptverhandlung weiterverfolgt, in der die AfD gegen die Klassifizierung kämpfen wird.
Die Entscheidung bedeutet, dass das BfV die AfD bis zum Abschluss der Gerichtsverfahren nicht offiziell als bestätigt rechtsextremistische Organisation einordnen darf. Die Partei bleibt zwar unter Beobachtung, doch die öffentliche Labelung wird vorerst ausgesetzt. Das Ergebnis des Hauptverfahrens wird zeigen, ob die Einstufung Bestand hat oder aufgehoben wird.
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