Güterslohs "Urban Stack": Wie Städte ihre Daten selbst kontrollieren wollen

Steve Hecker
Steve Hecker
2 Min.
Eine belebte Stadtstraße mit Autos, Fußgängern, Gebäuden, Verkehrsampeln, Schildern, Bäumen und einem bewölkten Himmel.Steve Hecker

Güterslohs "Urban Stack": Wie Städte ihre Daten selbst kontrollieren wollen

Gütersloh startet "Urban Stack" – digitale Plattform für kommunale Datenhoheit

Gütersloh hat den Urban Stack eingeführt, eine neue digitale Plattform, die Städten und Gemeinden helfen soll, Daten untereinander auszutauschen und die Abhängigkeit von externen Technologieunternehmen zu verringern. Das System bündelt Echtzeitdaten aus Sensoren – von Fußgängeraufkommen bis zu Hochwasserwarnungen – und umfasst ein Open-Data-Portal für die öffentliche Nutzung. Bisher beteiligen sich jedoch nur eine Handvoll Kommunen an dem Projekt.

Der Urban Stack wurde von Gütersloh als gemeinsame digitale Infrastruktur für Städte und Kreise entwickelt. Er fasst sensorbasierte Messdaten, etwa von Mikroklimastationen oder Pegelmessern, in einem zentralen System zusammen. Kommunen können diese Daten nutzen, um eigene digitale Dienstleistungen aufzubauen oder mit anderen zusammenzuarbeiten.

Ein Kooperationsvertrag wurde bereits von Vertretern aus Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Verl, Detmold und dem Kreis Gütersloh unterzeichnet. Jede teilnehmende Kommune zahlt eine einmalige Gebühr von 5.000 Euro (netto) für die technische Einrichtung und die Sensoranbindung. Die Plattform garantiert dabei, dass jede Behörde die volle Kontrolle über ihre Daten behält und selbst entscheidet, ob sie diese mit anderen teilt.

Die Pilotphase wird über die Smart-City-Initiative finanziert und läuft bis Ende 2026. Trotz des Starts haben sich Stand Februar 2026 noch keine weiteren deutschen Städte oder Landkreise offiziell für eine Teilnahme interessiert oder angemeldet.

Der Urban Stack steht nun anderen Kommunen zur Übernahme und Weiterentwicklung offen. Güterslohs Initiative zielt darauf ab, ein unabhängiges digitales Netzwerk für lokale Verwaltungen zu schaffen. Bisher haben sich jedoch nur sechs Behörden in der Region zur Nutzung der Plattform verpflichtet.

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