Düsseldorf plant umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild in Oberbilk

Nadeshda Sölzer
Nadeshda Sölzer
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Eine Zeichnung eines Parks mit Menschen, die spazieren gehen, umgeben von Bäumen, Gebäuden und einer Brücke, unter einem bewölkten Himmel, mit dem Text "Die zweite Dombrücke in Düsseldorf" unten.Nadeshda Sölzer

Düsseldorf plant umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild in Oberbilk

Düsseldorf plant neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk nach Zürcher Vorbild

Düsseldorf will in Oberbilk ein neues Drogenberatungs- und -hilfezentrum eröffnen, das sich am Zürcher Modell zur Suchtbewältigung orientiert. Die Stadt hat für das Projekt 3,3 Millionen Euro bereitgestellt, mit dem Ziel, die Sicherheit rund um den Hauptbahnhof zu verbessern. Doch der Plan stößt bereits auf Widerstand bei lokalen Initiativen und Anwohnern.

Das Zentrum soll nach dem "Zürcher Modell" arbeiten, das kontrollierte Konsumräume mit medizinischer Versorgung und aufsuchender Sozialarbeit verbindet. Zu den Angeboten zählen Beratungsgespräche, grundlegende Gesundheitsversorgung und psychiatrische Betreuung, die ab diesem Sommer schrittweise eingeführt werden sollen. Die Verantwortlichen argumentieren, dass die Einrichtung den öffentlichen Drogenkonsum verringern und die Sicherheit in den umliegenden Straßen erhöhen werde.

Das Zürcher Pendant war 1992 als Reaktion auf die Schließung des berüchtigten "Nadelparks" gestartet worden und zeigt gemischte Ergebnisse. In den letzten fünf Jahren sanken die drogenbedingten Todesfälle um 20 Prozent, und die Überdosisraten stabilisierten sich dank der Verbreitung des Gegenmittels Naloxon. Dennoch bleiben Herausforderungen: Seit 2023 hat sich die Zahl der Fentanyl-Fälle um 50 Prozent erhöht, und politische Streitigkeiten verzögern geplante Erweiterungen.

In Düsseldorf formiert sich zunehmend Widerstand. Die "Bürgerinitiative Eisenstraße" sammelte über 2.200 Unterschriften gegen das Projekt und wirft der Stadt vor, geltendes Recht zu missachten. Viele Anwohner, Schulen und Kitas lehnen den gewählten Standort ab. Die Initiativen fordern stattdessen eine strengere Strafverfolgung statt kontrollierter Konsumräume.

Bei einer öffentlichen Versammlung am Donnerstag sollen die Bedenken thematisiert werden. Vertreter aus der Sozialarbeit und von Streetwork-Teams werden anwesend sein, um die Pläne zu erläutern und Fragen der Bürger zu beantworten.

Trotz der Kritik geht die Stadtverwaltung das Projekt an: Die Finanzierung ist gesichert, und die schrittweise Inbetriebnahme soll bald beginnen. Falls umgesetzt, würde das Zentrum einen Wandel in der Düsseldorfer Drogenpolitik im öffentlichen Raum markieren. Das Ergebnis der Donnerstagsveranstaltung könnte die weiteren Schritte des Vorhabens maßgeblich beeinflussen.

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