Waschbärenartige überrennen den Heidekreis – Jäger fordern Notfallplan gegen invasive Marderhunde
Folker RoggeWaschbärenartige überrennen den Heidekreis – Jäger fordern Notfallplan gegen invasive Marderhunde
Waschbären breiten sich im Heidekreis rasant aus – Jäger und Naturschützer schlagen Alarm
Im Heidekreis vermehren sich die Waschbärenartigen – genauer gesagt die Marderhunde – in besorgniserregendem Tempo. Die aus Nordamerika stammende, invasive Art hat sich mittlerweile so stark ausgebreitet, dass Behörden ohne koordinierte Gegenmaßnahmen von einer unkontrollierbaren Situation sprechen. Jägerverbände fordern nun dringend schärfere Maßnahmen, um die Population einzudämmen, bevor weitere Schäden entstehen.
Die Lage hat sich in den letzten Monaten deutlich zugespitzt. Seit Beginn der Jagdsaison am 1. April wurden allein in den städtischen Gebieten Münsters über 70 Marderhunde erlegt. Peter Westermann, Vorsitzender des örtlichen Jägerverbandes, warnt vor den Folgen ihrer Anpassungsfähigkeit: Die Tiere bedrohten heimische Wildtiere, indem sie Nester von Vögeln, Eichhörnchen und anderen Arten besetzten und so das ökologische Gleichgewicht störten.
Zudem dringen die Marderhunde immer weiter in besiedelte Gebiete vor. Meldungen über Tiere in Dachböden, Schornsteinen oder Nebengebäuden häufen sich – mit wachsenden Sorgen um Sicherheit und Sachschäden. Westermann betont, dass ohne gezieltes Eingreifen die Population weiter ungebremst wachsen werde.
Als Reaktion hat der Landkreis nun finanzielle Unterstützung für die Jägerverbände zugesagt, um die Bekämpfung voranzutreiben. Kern der Strategie ist die Bildung von Einsatzteams in jedem Verband. Diese sollen Sichtungen und Vorfälle schneller und direkter melden können, um die Koordination bei der Bewältigung des Problems zu verbessern.
Der Heidekreis steht damit vor einer Herausforderung, die sowohl sofortiges Handeln als auch eine langfristige Strategie erfordert. Mit finanzieller Rückendeckung des Landkreises und effizienteren Meldesystemen soll der Bestand der Marderhunde eingedämmt werden. Ohne diese Schritte, warnen Experten, werde sich die invasive Art weiter ausbreiten – mit zunehmenden Risiken für heimische Tierarten und menschliche Lebensräume.






