NRW-Polizei baut digitale Ermittlung mit OSINT-Methoden massiv aus
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine große Offensive gestartet, um ihre Fähigkeiten zur digitalen Ermittlungsarbeit deutlich auszubauen. Im Mittelpunkt steht dabei Open Source Intelligence (OSINT) – eine Methode zur Sammlung und Auswertung öffentlich zugänglicher Daten aus Quellen wie sozialen Medien. Die Behörden haben Teams erweitert, Schulungsprogramme ausgeweitet und Spezialeinheiten aufgestockt, um die digitalen Kompetenzen der Strafverfolgungsbehörden zu stärken.
Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat seine OSINT-Abteilung deutlich ausgebaut. Was einst als Zweier-Team begann, ist unter der Leitung von Fabian Coenen nun zu einer 16-köpfigen Unterabteilung angewachsen. Der 42-Jährige steht der Unterabteilung 22.2 vor, die sich auf politisch motivierte Kriminalität spezialisiert hat und eng mit dem Staatsschutz zusammenarbeitet. Anfang September 2024 stießen zehn neue Beamte zum LKA, sechs von ihnen wurden Coenens Team zugeteilt.
Auch das übergeordnete Netzwerk der „Digitalen Streife“ erhielt Verstärkung. Fast 100 zusätzliche Beamte in sechs regionalen Polizeibehörden unterstützen nun OSINT-Operationen. Die größte Einheit mit Sitz in Köln wird von Swen Schubert geleitet und umfasst 18 Stellen – davon 16 als Fallbearbeiter. Auf diese Positionen beworben hatten sich über 60 Kandidaten, ein Zeichen für das große Interesse an diesem Bereich.
Eine zentrale Rolle in der Expansion spielt die Ausbildung. Am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss unterrichtet der 37-jährige Marc Restemeyer OSINT-Techniken für Nachwuchskräfte. Seine Kurse bereiten sowohl LKA-Mitarbeiter als auch Beamte der „Digitalen Streife“-Einheiten darauf vor, digitale Ermittlungen professionell durchzuführen. Zu den Teilnehmern gehört Laura Ellrich, eine 28-Jährige, die 2022 in die Staatsschutzabteilung des LKA eingetreten ist. Mittlerweile arbeitet sie in Coenens Team und wendet OSINT-Methoden in der Praxis an.
Die Spezialeinheiten sind darauf ausgelegt, schnell auf akute politische Ereignisse zu reagieren. Ihre Expertise unterstützt den Staatsschutz durch schnelle Analysen und operative Unterstützung, sobald sich Konflikte im Netz zuspitzen.
Der Ausbau markiert einen Wandel im Umgang der nordrhein-westfälischen Polizei mit digitalen Bedrohungen. Mit größeren Teams, gezielter Ausbildung und schnelleren Reaktionsmöglichkeiten wollen die Behörden ihre Fähigkeiten zur Überwachung und Bekämpfung von Online-Risiken stärken. Die Initiative unterstreicht die wachsende Bedeutung von OSINT in der modernen Polizeiarbeit.






