Bochums Autobahnkirche steht für 780.000 Euro zum Verkauf – was wird aus dem Denkmal?
Steve HeckerBochums Autobahnkirche steht für 780.000 Euro zum Verkauf – was wird aus dem Denkmal?
Historische Kirche im Bochumer Stadtteil Hamme für 780.000 Euro zu verkaufen
Die Epiphanias-Gemeinde in Bochums Stadtteil Hamme muss ihre Kirche aufgrund steigender Kosten und schrumpfender Mitgliederzahlen verkaufen. Das im Bauhaus-Stil errichtete Gotteshaus, das unter Denkmalschutz steht, ist für die Gemeinde nicht mehr tragbar – sein weiteres Schicksal bleibt ungewiss.
Die als Autobahnkirche Ruhr bekannte Kirche wurde 2010 offiziell in die Route der Industriekultur aufgenommen. Ihr dunkler Ziegelturm, geschmückt mit einem Banner mit der Aufschrift „Rast und Einkehr“, lädt täglich Besucher zum stillen Innehalten ein. Viele Reisende auf der nahegelegenen A40 machen hier Halt, um eine Pause im hektischen Alltag zu finden.
Im Inneren beeindruckt das Gebäude mit einer Orgel, den originalen Gussstahlglocken aus den 1930er-Jahren und einem dreistöckigen Gemeinschaftszentrum, dessen Etagen jeweils fast 140 Quadratmeter umfassen. Zu den regelmäßigen Veranstaltungen zählen eine jährliche Gedenkfeier für Verkehrsopfer sowie besondere Gottesdienste für Motorradfahrer. Trotz des lebendigen Gemeindelebens schloss sich die Epiphanias-Gemeinde vergangenen Jahr mit einer Nachbargemeinde zusammen – seither trägt sie die Verantwortung für zwei Kirchen und die damit verbundenen wachsenden Ausgaben.
Als Freikirche erhält die Gemeinde keine finanziellen Zuschüsse von regionalen Institutionen. Der zuständige Makler schlägt vor, das Gebäude künftig für Veranstaltungen und Aufführungen zu nutzen. Jedoch unterliegt jeder neue Eigentümer den Denkmalschutzauflagen, die einen Abriss oder größere Umbauten untersagen.
Der Verkauf spiegelt die finanzielle Not vieler kleiner Gemeinden mit alternden Gebäuden wider. Zwar ist die künftige Nutzung der Kirche noch offen, doch ihr architektonischer und kultureller Wert sichert ihr Bestandsgarantie. Potenzielle Käufer müssen sich an strenge Denkmalschutzvorgaben halten – und gleichzeitig eine nachhaltige Perspektive für den Raum finden.






