Kulturelle Ampelsymbole erobern deutsche Städte – von Dürers Hasen bis zum Pumuckl
Folker RoggeWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Kulturelle Ampelsymbole erobern deutsche Städte – von Dürers Hasen bis zum Pumuckl
In bayerischen und anderen deutschen Städten ersetzen kulturelle Symbole die klassischen Fußgängerampeln
Immer mehr Städte in Bayern und anderen Regionen Deutschlands tauschen herkömmliche Ampelfiguren gegen lokale Kultursymbole aus. So leuchten etwa Albrecht Dürers Feldhase in Nürnberg oder die Mainzelmännchen in Mainz an Fußgängerübergängen. Während viele Anwohner die kreativen Entwürfe begrüßen, zeigen sich Behörden besorgt über die Verkehrssicherheit.
Der Trend, Ampeln individuell zu gestalten, begann bereits vor Jahren. Mainz sorgte 2019 für Aufmerksamkeit, als in der Nähe des ZDF-Hauptsitzes elf Ampeln mit den Mainzelmännchen aufgestellt wurden. Andere Städte zogen nach: Trier führte Ampeln mit Karl-Marx-Motiven ein, Hameln wählte Silhouetten des Rattenfängers, und Hamburg installierte im Januar 2026 Figuren von Ernie und Bert aus der Sesamstraße. Saarbrücken und Nürnberg schlossen sich an – letztere zeigte seit Februar 2026 Dürers Feldhasen.
In Bayern leuchten in München mittlerweile drei Ampeln mit dem Pumuckl, Straubing setzt auf den Bruder Straubinger, und Dachau nutzt Figuren in traditioneller Tracht. In Augsburg wurde die Ampel mit dem Kasperl aus der Augsburger Puppenkiste erst nach einer Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben realisiert. Deggendorf entschied sich für eine knödelwerfende Frau, während Hof zunächst mit seinem Entwurf eines Wärschtlamo-Wurstverkäufers an Sicherheitsbedenken scheiterte – später erhielt die Stadt doch noch die Erlaubnis.
Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König betont, dass es bisher keine Unfälle im Zusammenhang mit den kreativen Ampeln gegeben habe. Das bayerische Innenministerium lehnt den Trend jedoch ab und argumentiert, dass standardisierte Symbole für Klarheit und Sicherheit sorgten. Trotzdem planen Städte wie Dachau nach positiver Resonanz der Bürger, ihre Tracht-Figuren auszuweiten.
Die Nachfrage nach thematischen Ampeln spiegelt den Wunsch wider, regionale Identität zu stärken. Während Städte wie Nürnberg und Mainz die Umsetzungen vorantreiben, stoßen andere auf regulatorische Hürden. Die Diskussion, ob lokale Traditionen oder Verkehrssicherheit Vorrang haben sollten, bleibt damit vorerst ungelöst.






