David Hockney stirbt mit 88 – ein Abschied vom Revolutionär der modernen Kunst
Zenon PechelDavid Hockney stirbt mit 88 – ein Abschied vom Revolutionär der modernen Kunst
David Hockney, der bahnbrechende Künstler, der mit seiner verspielt-tiefgründigen Herangehensweise an die Kunst Maßstäbe setzte, ist im Alter von 88 Jahren in London gestorben. Sein Werk, das oft Konventionen sprengte, begeisterte das Publikum durch kühne Experimente und eine mitreißende Lebendigkeit. Aus bescheidenen Verhältnissen stammend, stieg er zu einer der prägendsten Figuren der modernen Kunst auf – gefeiert für seine Neugierde und seinen Erfindungsreichtum.
Geboren in einfachen Verhältnissen, blieb Hockney zeit seines Lebens bodenständig. Mit 23 Jahren, während seines Studiums am Royal College of Art, dekorierte er seinen kleinen Raum mit Abbildungen halb bekleideter Männer aus amerikanischen Bodybuilding-Magazinen. Seine frühen Jahre waren geprägt von einem rebellischen Geist: Er umgab sich mit einem schwulen Freundeskreis, in dem Modelle oft zugleich Assistenten waren – und umgekehrt.
Er wurde zu seinem eigenen leidenschaftlichsten PR-Mann und galt später als das Aushängeschild künstlerischer Unbekümmertheit. Doch anders als Zeitgenossen wie Richard Hamilton oder Andy Warhol war seine Inspiration nie von Zynismus getrieben. Seine Kunst wirkte wie ein Spiel, das mühelos Genres und Stile durchquerte – voller kindlicher Faszination.
Mit 33 Jahren erhielt Hockney seine erste Retrospektive. Sein berühmtestes Gemälde, „A Bigger Splash“, zeigte ein idealisiertes Bungalow mit Swimmingpool, in Acryl gemalt. Stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen, experimentierte er mit handgeschöpftem Papier, Polaroid-Fotografie und digitalen Zeichnungen auf iPhone und iPad. Sogar in Walt Whitmans Initialen glaubte er, numerische Chiffren entdeckt zu haben.
Seine malerische Brillanz war zugleich eine Provokation und eine faszinierende Kraft für den Kunstbetrieb. Obwohl seine Werke oft wie eine luftige Postkarte aus dem „Swinging London“ wirkten, lehnte er die Szene als schicken Tummelplatz der Privilegierten ab.
Hockneys Vermächtnis lebt weiter durch seine unermüdliche Innovationskraft und seinen unverwechselbaren Stil. Seine Kunst, geprägt von Experimentierfreude und der Weigerung, sich einordnen zu lassen, wirkt bis heute nach. Er hinterlässt ein Werk, das die Neugierde feiert, Kategorien sprengt und künstlerische Möglichkeiten neu definiert.






