CDU zerrissen: Droht der Bruch über mögliche AfD-Zusammenarbeit?
In der CDU haben sich die Spannungen wegen einer möglichen Zusammenarbeit mit der AfD weiter verschärft. Führende Parteimitglieder in Nordrhein-Westfalen warnen eindringlich vor einem Bündnis mit der Rechtspopulisten. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob die Union an ihrer strikten Ablehnung der AfD festhalten oder eine begrenzte Annäherung in Erwägung ziehen soll.
Karl-Josef Laumann, Arbeitsminister des Landes und stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU, erklärte, er werde die Partei verlassen, falls sie eine Koalition mit der AfD eingehe oder aktiv mit ihr zusammenarbeite. Die Positionen der AfD zu europäischer Einheit, NATO und dem westlichen Bündnis stünden im Widerspruch zu den grundlegenden christlich-demokratischen Werten, argumentierte Laumann. Zudem lehnte er den Vorschlag des früheren Generalsekretärs Peter Tauber ab, die bisherige „Brandmauer“ gegen die AfD durch ein System „roter Linien“ zu ersetzen.
Dennis Radtke, CDU-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Sozialpolitik der Union, warnte, dass jede Annäherung an die AfD die Partei in mindestens zwei Lager spalten werde. Der Hamburger CDU-Landesvorsitzende Dennis Thering sagte massive interne Verwerfungen voraus, falls die Union nach den anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland mit der AfD kooperiere. Laumann verwies darauf, dass demokratische Kräfte in Thüringen und Sachsen die AfD bereits erfolgreich in Minderheitsregierungen an den Rand gedrängt hätten.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul bezeichnete die AfD und ihre Ideologie als die „größte Gefahr für die Demokratie“. Wer die Ablehnung der CDU gegenüber der AfD aufweiche, müsse ohne seine Unterstützung auskommen, erklärte er. Laumann rief die Partei dazu auf, sich nicht von möglichen Zustimmungen der AfD zu Anträgen in Landesparlamenten oder im Bundestag ablenken zu lassen.
Die CDU steht vor einer klaren Zerreißprobe in ihrer Haltung zur AfD. Während führende Vertreter auf einer harten Linie der Kooperationsverweigerung beharren, birgt jeder Kurswechsel das Risiko von Rücktritten und tiefen inneren Konflikten.






