Aktivistin spendet umstrittene Gedichte von Kulturminister an Nationalbibliothek
Zenon PechelAktivistin spendet umstrittene Gedichte von Kulturminister an Nationalbibliothek
Die Aktivistin Martha Root hat eine umstrittene Gedichtsammlung des Ministers Wolfram Weimer der Deutschen Nationalbibliothek gespendet. Das unter dem Titel „Kopfpilz“ 1986 im Selbstverlag erschienene Buch enthält Gedichte, die von manchen als derb und geschmacklos kritisiert werden. Die Schenkung erfolgt trotz Weimers früherer Entscheidung, den Ausbau der Bibliothek im März zu stoppen.
Zu Weimers Sammlung gehören Gedichte wie „Vorfreude“, das die Vorahnung des Todes beschreibt, oder „Unglück“, das sexualisierte Gewalt gegen Frauen thematisiert. Root wirft dem Kulturminister vor, sich nie mit seinem frühen Werk auseinandergesetzt zu haben – ein Versäumnis, das sie als problematisch ansieht. Später stellte sie eine digitalisierte Version von „Kopfpilz“ auf Archive.org kostenlos zur öffentlichen Verfügung.
Zudem plant Root, ein physisches Exemplar des Buches zu versteigern, um Spenden für die Initiative „Lesen Hilft“ zu sammeln. Sie sieht in der Spende und der Fundraising-Aktion eine Möglichkeit, Weimers frühes Schaffen ins Rampenlicht zu rücken. Das Ministerium Weimers bezeichnete den Stopp des Bibliotheksausbaus indes als „Moratorium“ und nicht als endgültige Einstellung.
Durch Roots Engagement bleibt Weimers frühe Lyrik zugänglich. Ihre Aktionen lenken den Blick auf die Vergangenheit des Ministers und unterstützen gleichzeitig eine Leseförderungsorganisation. Die Nationalbibliothek besitzt nun trotz des früheren Ausbau-Stopps ein Exemplar von „Kopfpilz“.






