13 March 2026, 14:11

Zentralverband des Deutschen Handwerks reformiert Führung und trennt sich vom ZVK

Das BMW-Hauptquartier in Frankfurt, Deutschland, ein großes Glasgebäude mit Text darauf, mit Menschen, die vor dem Gebäude auf der Straße gehen und einem Baum auf der linken Seite.

Zentralverband des Deutschen Handwerks reformiert Führung und trennt sich vom ZVK

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDK) hat seine Führungsstruktur grundlegend reformiert und die bisherige personelle Verzahnung mit dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZVK) beendet. Die im Januar beschlossenen Änderungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen den beiden Verbänden. Die Verantwortlichen bezeichnen die Reformen als Schritt zu mehr Transparenz und klareren Entscheidungsprozessen.

Der Konflikt hat eine lange Vorgeschichte, die von Streitigkeiten über Mitgliedsbeiträge, juristischen Auseinandersetzungen und Differenzen bei Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen geprägt ist – doch die eigentlichen Probleme reichen mittlerweile tiefer.

Der ZDK hat eine strikte Trennung vom ZVK durchgesetzt und das alte System abgeschafft, in dem Personal in beiden Gremien doppelt vertreten war. Nach den neuen Regeln wird künftig ein Vertreter der Handwerksführung in das ZDK-Präsidium aufgenommen. Personalentscheidungen werden jedoch nicht mehr durch Ernennung, sondern demokratisch über die Mitgliederversammlung getroffen.

Die Ausschüsse wurden neu ausgerichtet und agieren nun ausschließlich als Beratungsgremien, während allein die Führungsebene das Sprechrecht innehat. Dies soll widersprüchliche öffentliche Stellungnahmen verhindern und die Kommunikation straffen. Zudem führen die Reformen direkte Mitgliedschaftswege für Betriebe ein: Werkstätten können sich künftig auch dann dem ZDK in Bonn anschließen, wenn ihre Landesverbände austreten.

Den Reformen ging ein finanzieller Streit voraus, in dem der ZVK Anspruch auf 95 Prozent der ZDK-Mitgliedsbeiträge erhob – was zu rechtlichen Auseinandersetzungen führte. Zwar hat der Konflikt um die Fahrzeuguntersuchungsgebühren mittlerweile viel von seiner juristischen Brisanz verloren, doch die eigentlichen Spannungen resultieren aus grundsätzlichen strukturellen Differenzen. Der ZDK hat zudem sein Beitragssystem überarbeitet und plant, in betroffenen Regionen verstärkt Aufklärungsarbeit zu leisten, um die Folgen möglicher Austritte zu erläutern.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn und Hauptgeschäftsführer Jürgen Hasler stellen die Reformen als notwendigen Schritt dar, um den Realitäten der Branche gerecht zu werden. Sie argumentieren, das neue System werde die Verantwortlichkeit stärken und Entscheidungen besser an den Bedürfnissen der Mitglieder ausrichten.

Mit der Umstrukturierung zieht der ZDK klare Grenzen zum ZVK. Soll eine Zusammenarbeit wiederaufgenommen werden, müsste der ZVK das neue Führungsmodell akzeptieren und die politische Entscheidungshoheit der Bonner Zentrale anerkennen. Die Reformen markieren einen Wandel in der Arbeitsweise des Verbandes – mit direkten Mitgliedschaftsoptionen und einem stärkeren Fokus auf demokratische Prozesse.

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