Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn: Betroffene fordern mehr als nur Geld
Nadeshda SölzerMissbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn: Betroffene fordern mehr als nur Geld
Rund 200 Katholiken trafen sich diese Woche in Dortmund, um über den Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn zu beraten. Die Veranstaltung markierte den Auftakt einer Reihe von Treffen, die sich mit dem langjährigen Problem befassen sollen. Erzbischof Udo Markus Bentz sagte dabei finanzielle Entschädigungen für die Opfer zu.
Das Erzbistum Paderborn steht wegen des Umgangs mit Missbrauchsfällen massiv in der Kritik. Zwischen 1941 und 2002 wurden 485 Opfer und über 200 Kleriker in Verbindung mit Fehlverhalten dokumentiert. Trotz dieser Erkenntnisse wurde seit der Veröffentlichung des Missbrauchsberichts 2023 kein Geistlicher offiziell von der Kirche sanktioniert.
Bei der Veranstaltung in Dortmund bekräftigte Erzbischof Bentz die Bereitschaft der Kirche, Wiedergutmachungszahlungen zu leisten. Er betonte, dass bereits 75 bis 80 Prozent der Betroffenen eine Form der Entschädigung erhalten hätten. Der Überlebende Michael Heltner hingegen kritisierte, dass finanzielle Unterstützung und psychologische Betreuung für viele Betroffene nach wie vor unzureichend seien.
Ein Teilnehmer schlug vor, ein Prozent des Vermögens des Erzbistums für langfristige Renten und Entschädigungen bereitzustellen. Andere regten an, einen Sonntag in der Nähe des 18. November – dem Gebetstag für Opfer sexueller Gewalt – für eine offene Auseinandersetzung mit dem Skandal zu nutzen. Erzbischof Bentz wird die Gespräche mit Gläubigen in den kommenden beiden Tagen in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück fortsetzen.
Die Treffen unterstreichen die anhaltenden Bemühungen, die Missbrauchskrise im Erzbistum zu bewältigen. Zwar wurden die meisten Opfer entschädigt, doch die Forderungen nach mehr Transparenz und Unterstützung bleiben bestehen. Wie die Kirche auf die Anliegen der Betroffenen reagiert, wird sich in den nächsten Schritten zeigen.