11 May 2026, 04:11

Wuppertals marodes Polizeirevier: Streit um Millionenkosten und Schimmel eskaliert

Eine Gruppe von Polizisten in schwarzen Uniformen und Helmen steht vor einem mit Graffiti bedeckten, baufälligen Gebäude mit verstreuter Trümmern und Bäumen im Hintergrund.

Wuppertals marodes Polizeirevier: Streit um Millionenkosten und Schimmel eskaliert

Streit um marodes Polizeigebäude in Wuppertal eskaliert

Der seit Langem schwelende Konflikt um das verfallene Polizeirevier in Wuppertal spitzt sich weiter zu. Das von Wasserschäden, Schimmel und Schädlingsbefall geplagte Gebäude ist trotz provisorischer Instandsetzungsarbeiten in desolatem Zustand. Gleichzeitig wachsen die Spannungen zwischen Innenministerium und Finanzbehörde angesichts explodierender Mietkosten.

Die Wuppertaler Polizei zahlt derzeit rund 4 Millionen Euro jährlich für das heruntergekommene Objekt. Eine Komplettsanierung würde die jährliche Miete jedoch auf 30 Millionen Euro hochtreiben – das Achtfache der bisherigen Summe. Polizepräsident Markus Röhrl lehnt die höheren Kosten kategorisch ab, während Innenminister Herbert Reul den Anstieg ebenfalls ablehnt, den Standort aber nicht aufgeben will.

Seit Mitte Mai liegen die Verhandlungen auf Eis, wobei der Polizepräsident von den Gesprächen ausgeschlossen wurde. Im Innenministerium wächst die Verärgerung über die Führung der Verhandlungen. Die Opposition im Landtag wirft dem Finanzminister vor, überteuerte Mieten zu nutzen, um Haushaltsprobleme zu verschleiern.

Erst kürzlich kündigte Reul 1,1 Milliarden Euro für die Polizeiinfrastruktur an – doch die Mittel stehen frühestens 2030 zur Verfügung. Unterdessen hat der Finanzminister die Genehmigung für eine Kreditaufnahme von 450 Millionen Euro erwirkt, ein Schritt, den der Bund der Steuerzahler als Schuldenverschleierung kritisiert.

Die Wuppertaler Polizei sitzt damit vorerst in einem verfallenen Gebäude fest, ohne dass eine Lösung in Sicht wäre. Angesichts der explodierenden Sanierungskosten und Mietforderungen bleiben die Fronten verhart. Die finanzielle Belastung und die politischen Grabenkämpfe lassen eine baldige Beilegung des Konflikts unwahrscheinlich erscheinen.

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