24 March 2026, 02:11

Wohnbauprojekt in Willich: Warum Anwohner gegen 200 neue Wohnungen kämpfen

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße, hält Protestschilder und Banner hoch, mit Grünzeug auf der rechten Seite und einem Gebäude im Hintergrund.

Wohnbauprojekt in Willich: Warum Anwohner gegen 200 neue Wohnungen kämpfen

Ein geplantes Wohnbauprojekt auf dem 2,9 Hektar großen Moltkedorf-Gelände in Willich stößt auf starken Widerstand bei Anwohnern. Das Vorhaben, das den Wohnraummangel in der Stadt lindern soll, umfasst 200 neue Wohneinheiten, wird jedoch wegen seiner ökologischen und städtebaulichen Auswirkungen kritisiert.

Bis März 2026 hatten eine Petition und eine gemeinsame Erklärung gegen das Projekt bereits rund 1.200 Unterschriften gesammelt. Die Bürger fordern alternative Nutzungsmöglichkeiten für das Areal.

Die ursprüngliche Planung für Moltkedorf sieht eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und Mehrfamilienhäusern in einer Hofanlage vor. Der Zugang soll über die Moltkestraße erfolgen, wobei ein einseitiges Ringsystem alle Einheiten verbindet. Zudem sind Parkplätze, Garagen und möglicherweise eine Tiefgarage vorgesehen, ergänzt durch Rad- und Fußwege, die die Krusestraße mit An Liffersmühle verbinden.

Die Anwohner äußern jedoch zahlreiche Bedenken. Sie befürchten, dass die viergeschossigen Gebäude die benachbarten Kleingärten überragen, die Aussicht versperren und die Privatsphäre einschränken. Besonders kritisiert wird der Verlust eines Grünstreifens, der derzeit als Lebensraum für Wildtiere und natürliche Barriere dient. Dieser bietet ökologische Vorteile wie bessere Luftzirkulation, Regenwasserspeicherung und Artenvielfalt.

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Verkehrs- und Infrastrukturprobleme verstärken die Ablehnung. Die Bewohner sorgen sich um zunehmenden Stau, begrenzte Parkmöglichkeiten und erschwerten Zugang für Rettungsfahrzeuge. Auch die geplante Schließung der Moltkedorf-Flüchtlingsunterkunft bis Jahresende hat die Spannungen nicht verringert.

Als Alternativen schlagen die Anwohner vor, das Gelände als Grünfläche zu erhalten, für Gemeinschaftssport zu nutzen oder den Wohnungsbau auf brachliegende Industrieflächen in Willichs Gewerbegebieten zu verlagern. Ihre gemeinsame Erklärung, die bereits von über 70 Unterstützern unterzeichnet wurde und weiter wächst, betont die Bedeutung von Grünflächen im Kampf gegen den Klimawandel und für die Lebensqualität.

Die Petition gegen das Moltkedorf-Projekt zählt mittlerweile über 1.200 Unterschriften und spiegelt den breiten lokalen Widerstand wider. Die Stadt steht nun vor der Herausforderung, den dringenden Wohnungsbedarf mit ökologischen und infrastrukturellen Belangen in Einklang zu bringen, bevor die Pläne finalisiert werden. Die Bürger setzen sich weiterhin für Lösungen ein, die Wachstum mit Umwelt- und Gemeinschaftsinteressen vereinen.

Quelle