Willich verabschiedet Haushalt 2026 – Rekordtempo, aber hohe Kita-Gebühren sorgen für Streit
Steve HeckerWillich verabschiedet Haushalt 2026 – Rekordtempo, aber hohe Kita-Gebühren sorgen für Streit
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt für 2026 in Rekordzeit verabschiedet – alle Fraktionen stimmten dabei strengen Redezeitbegrenzungen zu. Die Entscheidung fiel nach wochenlangen Debatten über Förderungsschwerpunkte, Kinderbetreuungskosten und Wohnungspolitik. Trotz einhelliger Zustimmung bleiben jedoch Bedenken hinsichtlich der langfristigen finanziellen Stabilität der Stadt.
Das Haushaltsverfahren verlief zügig, da sich jede Fraktion auf nur fünf Minuten Redezeit beschränkte. Sowohl die SPD als auch die Grünen unterstützten den endgültigen Plan, warnten aber vor strukturellen Finanzherausforderungen. Die SPD drängte zudem auf Einsparungen und schlug Kürzungen bei nicht essenziellen Ausgaben vor, betonte gleichzeitig jedoch die Bedeutung des Schutzes von Familien.
Eines der umstrittensten Themen war die Finanzierung der Kinderbetreuung. Mit Mehrheit beschloss der Rat, die jährliche Gebührenanpassung im Kita-Bereich von zwei auf drei Prozent zu erhöhen und diese Erhöhung dauerhaft festzuschreiben. Allerdings behielt die Stadt ihre bisherige Linie bei, keine ermäßigten Geschwistergebühren für den Kindergarten anzubieten. Dieser Schritt stieß bei Eltern in Willich auf Kritik, die argumentierten, dass die steigenden Kosten Familien unzumutbar belasten würden.
Der Jugendhilfeausschuss hatte zuvor sowohl die Geschwistergebühren-Regelung als auch die höhere Beitragsrate abgelehnt. Unterdessen begrüßte die SPD zwar die Einführung der Bauturbo-Maßnahme zur Beschleunigung des sozialen Wohnungsbaus, kritisierte aber die Streichung des Zuschusses für das Deutschlandticket für Studierende.
Der Haushalt tritt nun im Juli in Kraft. Die Familien in Willich müssen mit höheren Kinderbetreuungskosten rechnen, während die Stadt versucht, Bezahlbarkeit und Haushaltsverantwortung in Einklang zu bringen. Die Beschlüsse des Rates spiegeln die anhaltenden Spannungen zwischen der Finanzierung öffentlicher Dienstleistungen und der Bewältigung der langfristigen Schuldenlast wider.






