NRW investiert 10 Milliarden Euro – doch Bildung bleibt unterfinanziert
Zenon PechelNRW investiert 10 Milliarden Euro – doch Bildung bleibt unterfinanziert
Nordrhein-Westfalen hat Bundesmittel in Höhe von 10 Milliarden Euro für die Verbesserung der lokalen Infrastruktur gesichert. Die Hälfte dieser Summe fließt direkt in Bildungsprojekte im gesamten Bundesland. Kritiker monieren jedoch, dass das Geld die wachsenden Bedürfnisse von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen nach wie vor nicht decken werde.
Der Ministerpräsident des Landes, Hendrik Wüst (CDU), und seine Stellvertreterin, Mona Neubaur (Grüne), bestätigten die Mittelverteilung. Städte und Gemeinden in NRW können die Gelder nun für Schulen, Kitas und Ganztagslernangebote einsetzen. Doch die Ankündigung stößt bereits bei Oppositionspolitikern auf Widerstand.
Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der SPD, bezeichnete die für die Bildung reservierten 5 Milliarden Euro als "kläglich unzureichend". Er beschrieb das Bildungssystem in NRW als "Dauerbaustelle" und warnte, dass die Mittel die seit Langem bestehenden Personal- und Ressourcenengpässe nicht beheben würden.
Maelzer kritisierte zudem das aktuelle "Kernzeitenmodell" im Rahmen der Kibiz-Reform. Dies berge die Gefahr, ein "Zwei-Klassen-System" in der Kinderbetreuung zu schaffen, bei dem einige Familien bessere Leistungen erhielten als andere. Stattdessen schlug er vor, die derzeitigen Zuschüsse für die Verlängerung der Kita-Öffnungszeiten umzuschichten, um mehr Erzieherinnen und Erzieher auszubilden.
Der SPD-Abgeordnete fordert eine sofortige Erhöhung der Fördersätze für praxisintegrierte Ausbildungsprogramme. Die Landesregierung plant zwar, diese Sätze anzuheben – allerdings erst ab 2027. Maelzer betont, dass die Verzögerung den Fachkräftemangel verschärfen werde, und ruft zu einer großen Nachwuchsoffensive auf, um qualifizierte Fachkräfte für den Bereich zu gewinnen.
Die 10-Milliarden-Spritze gibt den Kommunen zwar mehr Spielraum bei der Finanzierung von Bildung und Betreuung. Angesichts von Kritikern wie Maelzer, die auf tief verwurzelte Probleme hinweisen, bleibt der Druck auf das Land jedoch bestehen, Ausbildungslücken und ungleiche Zugangschancen zu beseitigen. Der Zeitplan der Regierung für die Reformen steht nun vor weiterer Prüfung.






