Willich baut Kita-Angebote um – Eltern im Norden fühlen sich benachteiligt
Folker RoggeWillich baut Kita-Angebote um – Eltern im Norden fühlen sich benachteiligt
Willich gestaltet seine Kinderbetreuungsangebote angesichts veränderter Nachfrage und finanzieller Zwänge neu. Einige Einrichtungen werden geschlossen oder verlegt, während andere weiter gefördert werden. Die Anpassungen erfolgen vor dem Hintergrund rückläufiger Geburtenraten in bestimmten Stadtteilen – Eltern im Norden fühlen sich dabei übergangen.
Die Kita Alperhof zieht in das generationenübergreifende Projekt Reinershof um und ersetzt damit ihr aktuelles Gebäude, das abgerissen werden soll. Die neue Location ist nur neun Minuten mit dem Auto oder 16 Minuten mit dem Bus entfernt.
Unterdessen verlängert die Stadt die Förderung für das von der AWO betriebene "Blaue Haus" in Schiefbahn bis zum 31. Juli 2027. Bis dahin sollen Gespräche über eine mögliche Schließung geführt werden. Auch das Brückenprojekt "Schatzkiste" des DRK wird zum 31. Juli 2026 eingestellt, und die Kita St. Irmgardis schließt zum Ende des Kitajahres 2026/2027.
Ab dem Kitajahr 2027/2028 übernimmt dann die Kita Villa Kunterbunt das modernisierte Gebäude von St. Irmgardis. Trotz wachsender Familien in den nördlichen Ortsteilen wie Anrath und Neersen verzichtet die Stadt auf den Bau zweier geplanter kommunaler Zentren. Als Gründe werden insgesamt sinkende Nachfrage und Haushaltsrestriktionen genannt.
Stadtverantwortliche und der Kirchenverband wollen die Angebote weiterhin bedarfsgerecht anpassen. Bis 2029 rechnet Willich aufgrund der gesunkenen Geburtenzahlen mit einem Überschuss von 440 Kita-Plätzen.
Die Umstrukturierung führt in einigen Gebieten – besonders im Norden – zu weniger Betreuungsmöglichkeiten, was bei Familien auf Kritik stößt. Die Stadt bleibt dabei, Ressourcen und tatsächlichen Bedarf in Einklang zu bringen. In weiteren Gesprächen soll geklärt werden, ob in den kommenden Jahren zusätzliche Anpassungen nötig sind.