07 April 2026, 18:16

Wie ARD und ZDF mit persönlichen Geschichten junge Zuschauer gewinnen wollen

Titelseite der deutschen Zeitung 'Weitpreubliche Zeitung' vom 13. November 1939, die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung in einer feierlichen Umgebung zeigt.

Wie ARD und ZDF mit persönlichen Geschichten junge Zuschauer gewinnen wollen

ARD und ZDF setzen auf neue Wege, um junge Zuschauer zu erreichen

Die deutschen öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF verändern ihre Herangehensweise, um jüngere Zielgruppen anzusprechen. Sie haben neue Reportageformate eingeführt, die auf persönliche Erzählweisen und emotionale Ansprache setzen. Damit rücken sie von den traditionellen Prinzipien neutraler und objektiver Berichterstattung ab.

Eine Studie hebt fünf zentrale Formate hervor: VOLLBILD, exactly, Ultraviolett stories, Crisis – Hinter der Front und PULS Reportage. Allen gemeinsam ist, dass die Reporter:innen im Mittelpunkt der Erzählung stehen und ihre persönliche Perspektive mit faktenbasierter Berichterstattung verbinden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Diese neuen Formate legen Wert auf Authentizität und emotionale Nähe. Junge Zuschauer:innen reagieren positiv darauf – der persönliche Ansatz wirkt auf sie glaubwürdiger und zugänglicher als klassische Nachrichtenformate. Sendungen wie exactly und Crisis geben zudem unterrepräsentierten Stimmen eine Plattform und bieten frische Blickwinkel auf gesellschaftlich relevante Themen.

Doch der Ansatz birgt auch Herausforderungen: Wenn die Sichtweise der Reporter:innen zu stark im Vordergrund steht, gerät das eigentliche Thema mitunter in den Hintergrund. Einige Formate kämpfen zudem damit, ein klares Profil zu entwickeln oder vertiefende investigativ-journalistische Arbeit zu leisten. Trotz dieser Hürden betonen die Sender, dass es keine vollständige Rückkehr zur rein objektiven Berichterstattung geben werde.

Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass junge Zuschauer:innen das Interesse an sich wiederholenden, ich-bezogenen Erzählformen verlieren könnten. Die Sender stehen nun vor der Aufgabe, diese Formate so weiterzuentwickeln, dass sie weiterhin fesseln – ohne journalistische Standards zu vernachlässigen. Die Balance zwischen persönlicher Ansprache und fundierter Recherche wird entscheidend für den langfristigen Erfolg sein.

Der Wandel hin zu personalisierter Berichterstattung markiert einen bedeutenden Einschnitt für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland. Zwar ziehen die neuen Formate jüngere Zielgruppen an, doch müssen sie zugleich journalistische Sorgfalt und Tiefe wahren. Ihr Erfolg wird davon abhängen, ob es gelingt, packende Geschichten zu erzählen, ohne die Fakten in den Hintergrund treten zu lassen.

Quelle