Watzke kandidiert nach 20 Jahren als BVB-Chef für das Präsidentenamt
Zenon PechelWatzke vor der Wahl: "Dinge, die mich belastet haben" - Watzke kandidiert nach 20 Jahren als BVB-Chef für das Präsidentenamt
BVB-Chef Hans-Joachim Watzke kandidiert nach 20 Jahren als Vorstandsvorsitzender für das Präsidentenamt
Nach zwei Jahrzehnten als Vorstandsvorsitzender von Borussia Dortmund strebt Hans-Joachim Watzke nun das Präsidentenamt des Vereins an. Seine Kandidatur folgt auf den Rückzug von Reinhold Lunow aus dem Rennen – ein Schritt, der eine Phase der Spannungen zwischen den beiden Männern beendet. Die Entwicklung fällt in eine Zeit andauernder Debatten über Sponsoringverträge und historische Missbrauchsvorwürfe innerhalb des Clubs.
Watzkes Bewerbung um die Präsidentschaft markiert einen Einschnitt nach 20 Jahren an der Spitze des operativen Geschäfts. Das Verhältnis zu Lunow, dem aktuellen Präsidenten, war über Monate belastet, bevor es sich in jüngster Zeit wieder verbesserte. Lunow hatte zunächst eine erneute Kandidatur geplant, zog sich jedoch im August zurück und ebnete damit Watzke den Weg für seine Kampagne.
Der Führungswechsel erfolgt in einer sensiblen Phase für den BVB. Bei der Mitgliederversammlung 2024 lehnten die Mitglieder eine Verlängerung des umstrittenen Sponsoringdeals mit Rheinmetall ab. Watzke verteidigte die Vereinbarung jedoch und betonte, sie sei nicht einseitig beschlossen worden. Zugleich kündigte er an, den Vertrag 2026 erneut zur Abstimmung zu stellen – mit dem Versprechen, die Entscheidung der Mehrheit zu akzeptieren.
Kritik musste Watzke zudem für den Umgang des Clubs mit Missbrauchsvorwürfen gegen einen ehemaligen Mitarbeiter aus den 1990er-Jahren einstecken. Er wies die Anschuldigungen zurück und erklärte, er habe die Angelegenheit damals an den damaligen Präsidenten Reinhard Rauball weitergeleitet, der ihm versichert habe, der Fall sei geklärt. Der betreffende Mitarbeiter kehrte später zum Verein zurück, saß im Ältestenrat und wurde 2012 sogar als Vereinsangestellter beschäftigt.
Der Machtkampf um die Präsidentschaft hat Watzke in den vergangenen sechs Monaten persönlich stark belastet. Trotz der Herausforderungen bleibt er darauf fokussiert, das Amt zu übernehmen und die Führung des Clubs zu stabilisieren.
Falls gewählt, übernimmt Watzke einen Verein, der nach wie vor gespalten ist – sowohl in der Frage der Sponsoringentscheidungen als auch bei der Aufarbeitung historischer Kontroversen. Die Rheinmetall-Partnerschaft bleibt ungelöst; die endgültige Abstimmung steht für 2026 an. Gleichzeitig wird das Ergebnis der Wahl darüber entscheiden, wie der BVB seine internen Konflikte in Zukunft angeht.






