Thyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Technologie in Duisburg
Steve HeckerThyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Technologie in Duisburg
Thyssenkrupp baut sein Stahlwerk in Duisburg um und ersetzt die Hochöfen durch eine Direktreduktionsanlage (DRI), die mit Wasserstoff betrieben wird. Der Schritt markiert einen bedeutenden Wandel hin zu einer klimafreundlicheren Stahlproduktion in Deutschland. Das Projekt hat bereits erhebliche finanzielle Unterstützung erhalten, und die Bauarbeiten haben begonnen.
Die Erdarbeiten starteten Mitte 2024 auf einem Gelände in der Nähe des Kraftwerks Walsum in Duisburg – eine Fläche, die fast 40 Fußballfeldern entspricht. Dank einer frühzeitigen Genehmigung konnte das Unternehmen die Vorbereitungen vorzeitig aufnehmen.
Die neue Anlage setzt auf die Midrex-Flex-Technologie, die sowohl Erdgas als auch Wasserstoff nutzt. Ab 2028 wird schrittweise Wasserstoff eingesetzt, bis 2029 soll der Betrieb vollständig auf Wasserstoff umgestellt sein. Bei voller Kapazität wird die Anlage jährlich rund 143.000 Tonnen Wasserstoff verbrauchen.
Die DRI-Anlage wird 2,5 Millionen Tonnen CO₂-armen heißen Briketts (HBI) pro Jahr produzieren. Dadurch könnten die CO₂-Emissionen um bis zu 3,5 Millionen Tonnen jährlich sinken – etwa ein Fünftel der gesamten Emissionen der deutschen Stahlindustrie. Derzeit verursacht der deutsche Stahlsektor rund 30 Prozent der industriellen Treibhausgasemissionen des Landes.
Die Bundesregierung und das Land Nordrhein-Westfalen fördern das Vorhaben mit 2 Milliarden Euro. Die Investition unterstreicht die Dringlichkeit, eine der emissionsintensivsten Branchen Deutschlands zu dekabonisieren.
Die neue Anlage wird die Emissionen deutlich reduzieren, ohne die Stahlproduktionskapazität zu verringern. Sobald sie voll funktionstüchtig ist, wird sie zeigen, dass wasserstoffbasierte Stahlherstellung im großen Maßstab machbar ist. Das Projekt setzt Maßstäbe für ähnliche Initiativen in der gesamten Branche.






