31 May 2026, 00:09

RWE schafft Deutschlands tiefsten See – doch die Kritik bleibt laut

Großes Projekt in der Kritik: 'Europas größtes Loch' soll umgestaltet werden

RWE schafft Deutschlands tiefsten See – doch die Kritik bleibt laut

Der Energiekonzern RWE verwandelt den ehemaligen Tagebau Hambach in einen künstlichen See. Nach seiner Fertigstellung wird er mit 365 Metern Tiefe Deutschlands tiefsten See darstellen – und damit den Bodensee deutlich übertreffen. Das Vorhaben stößt jedoch auf Kritik, insbesondere wegen ökologischer Bedenken und der früheren Zerstörung des Hambacher Forstes für den Braunkohleabbau.

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Die Flutung des Sees soll 2030 beginnen, wobei das Wasser über eine 45 Kilometer lange Pipeline aus dem Rhein herangeführt wird. Das System wird 18.000 Liter pro Sekunde pumpen, doch der gesamte Prozess wird voraussichtlich bis etwa 2080 dauern, bis das Becken sein volles Volumen von 3,6 Milliarden Kubikmetern erreicht. Bis 2033 will RWE ein Drittel des Sees füllen; bis 2040 soll eine Wasserfläche von 1.200 Hektar entstehen.

Der fertige See wird sich über 42 Quadratkilometer erstrecken und damit zwar riesig sein, aber in der Fläche kleiner als der Bodensee bleiben. Kritiker, darunter der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), äußern Bedenken wegen der Nutzung von ungefiltertem Rheinwasser. Sie warnen, dass chemische Rückstände und Medikamentenreste den neuen See verunreinigen könnten.

Das Projekt folgt auf Jahrzehnte des Braunkohleabbaus, der große Teile des Hambacher Forstes zerstörte. Zwar wird der See irgendwann das ehemalige Abbaugebiet überdecken, doch Umweltschützer hinterfragen weiterhin die langfristigen Folgen für die Wasserqualität und die lokalen Ökosysteme.

Die vollständige Befüllung des künstlichen Sees wird mehr als 50 Jahre in Anspruch nehmen. Nach seiner Fertigstellung wird er mehr Wasser fassen als jeder andere See in Deutschland – gemessen an der Tiefe –, während der Bodensee nach wie vor das größte Volumen und die größte Fläche aufweisen wird. Die Abhängigkeit des Projekts von Rheinwasser hält die umweltpolitischen Debatten jedoch weiterhin in Gang.

Quelle