25 March 2026, 06:12

Renault revolutioniert Batterie-Lieferkette für mehr Effizienz und weniger Stillstände

Liniengraph, der den Anstieg der Batterieelektrofahrzeugverkäufe in Australien zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Renault revolutioniert Batterie-Lieferkette für mehr Effizienz und weniger Stillstände

Renault Gruppe gestaltet Batterie-Lieferkette um, um Stillstandzeiten zu verkürzen und Effizienz zu steigern

Der Automobilkonzern behandelt Batterien nun als hochwertige Vermögenswerte statt als Wegwerfkomponenten. Israfil Beker, General Manager von Renault, erläuterte diese strategische Neuausrichtung kürzlich in einem Interview mit Automotive Logistics im Rahmen der Veranstaltung Red Sofa in Bonn.

Laut Beker entfallen bis zu 30 Prozent des Fahrzeuggesamtwerts auf die Batterie. Diese Erkenntnis hat Renault dazu veranlasst, eine kreislauforientierte Lieferkette aufzubauen. Ziel ist ein 360-Grad-Modell, in dem jeder Partner – von Händlern über Werkstätten und Lager bis hin zu Recyclingunternehmen – gleichzeitig als Lieferant und Kunde agiert.

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Doch die mehrdimensionale Bewegung der Komponenten schafft Komplexität. Eine Echtzeit-Nachverfolgung gestaltet sich schwierig, da die verschiedenen Akteure im Netzwerk inkompatible Systeme nutzen. Unterschiedliche ERP-, WMS- und TMS-Plattformen führen zu uneinheitlicher Datentransparenz.

Regulatorische Hürden verschärfen die Herausforderungen zusätzlich. Da Batterien als Gefahrgut eingestuft werden, können sich die Vorschriften selbst innerhalb eines Landes wie Deutschland kurzfristig ändern. Um Verzögerungen zu minimieren, hat Renault ein Batterie-Wechselsystem eingeführt. Damit können Fahrzeuge zügig wieder auf die Straße gebracht werden, während die ursprüngliche Einheit repariert wird.

Beker betonte, dass eine Standzeit von 15 bis 20 Tagen inakzeptabel sei. Das Tauschsystem soll die Ausfallzeiten deutlich reduzieren – allerdings hat Renault in Deutschland oder dem übrigen Europa noch keine flächendeckende Umsetzung gestartet. Konkrete Partner oder Pilotprojekte wurden bisher nicht öffentlich genannt.

Renaults Ansatz zielt darauf ab, Batterien als langfristige Investition statt als Verbrauchsmaterial zu behandeln. Das Kreislaufmodell und die Tauschstrategie sollen schnellere Reparaturen und geringere Kosten ermöglichen. Dennoch bleiben regulatorische und logistische Hindernisse auf dem Weg zur vollen Funktionsfähigkeit des Systems.

Quelle