Pharmakonzern zwischen Roundup-Prozessen und Hoffnungsträger Kerendia
Steve HeckerPharmakonzern zwischen Roundup-Prozessen und Hoffnungsträger Kerendia
Ein großer Pharmakonzern steht vor entscheidenden Monaten. Die juristischen Auseinandersetzungen um Warnhinweise für das Unkrautvernichtungsmittel Roundup erreichen im April 2026 den Obersten Gerichtshof der USA, mit einem Urteil bis Mitte Juni. Gleichzeitig hat die Arzneimittelsparte des Unternehmens vielversprechende klinische Ergebnisse vorgelegt, was den Aktienkurs trotz hoher finanzieller Verluste durch laufende Klagen steigen ließ.
Die finanziellen Probleme des Konzerns verschärften sich 2025: Mit einem Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro und einer Nettoverschuldung von fast 30 Milliarden Euro belasteten die Prozesskosten im Zusammenhang mit Roundup die Bilanz schwer. Nun richten Investoren ihren Blick auf zwei zentrale Termine Anfang April: die mündliche Verhandlung vor dem Supreme Court am 1. April und die Hauptversammlung, auf der die Aktionäre über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abstimmen werden.
Positiv entwickelte sich unterdessen das Medikament Kerendia. Die Phase-III-Studie FIND-CKD zeigte, dass es seinen primären Endpunkt bei der Behandlung nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankungen erreichte. Zwar bleiben die genauen klinischen Details noch unveröffentlicht, doch der Erfolg trieb den Aktienkurs um 4,71 Prozent auf 40,25 Euro in die Höhe. Das Unternehmen plant nun, bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine erweiterte Zulassung für das Präparat zu beantragen.
Analysten gehen davon aus, dass ein günstiges Urteil des Supreme Court in Kombination mit den Fortschritten bei Kerendia die finanzielle Belastung des Konzerns lindern könnte. Zudem beobachten Investoren einen Erlass der US-Regierung zur Glyphosat-Versorgung, der die künftige regulatorische Landschaft für Roundup beeinflussen könnte.
Die kommenden Monate werden die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens auf mehreren Ebenen auf die Probe stellen. Ein Urteil des Supreme Court im Juni könnte den juristischen Druck verringern, während die mögliche Markterweiterung von Kerendia neue Einnahmequellen erschließen könnte. Bis dahin werden die Aktionäre die rechtlichen und klinischen Entwicklungen genau verfolgen.