NRW lehnt pauschale Stallpflicht für Geflügel ab – Ministerin setzt auf Tierschutz und Regionalität
Zenon PechelKeine fl├Ąchendeckende Hühnerverschlüsselung in NRW - NRW lehnt pauschale Stallpflicht für Geflügel ab – Ministerin setzt auf Tierschutz und Regionalität
Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen hat eine pauschale Stallhaltungspflicht für Geflügel in Nordrhein-Westfalen ausgeschlossen. Die Entscheidung erfolgt nach Forderungen des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) nach einer bundesweiten Regelung. Gorißen begründete ihre Ablehnung vor allem mit Bedenken hinsichtlich des Tierschutzes und der finanziellen Belastung für kleine Betriebe.
Der ZDG hatte sich für eine flächendeckende Stallpflicht in ganz Deutschland ausgesprochen. Wie das ZDF berichtete, fürchtet der Verband die Ausbreitung von Krankheiten unter Freilandgeflügel. Die CDU-Politikerin Gorißen betonte jedoch, dass eine solche Maßnahme unnötigen Stress für Tiere bedeuten würde, die an Auslauf gewöhnt sind.
In einem Interview mit WDR 5 erklärte die Ministerin, dass jedes Bundesland die Situation vor Ort individuell bewerten müsse. Das Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützte diese Haltung und verwies darauf, dass Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung regional entschieden werden sollten. Eine bundesweite Pflicht, warnte man, könnte kleinere Produzenten finanziell stark belasten.
Das Ministerium hob zudem hervor, dass die Verantwortung für die Tierseuchenbekämpfung bei den Ländern liege. Eventuelle Einschränkungen müssten demnach sorgfältig gegen praktische und wirtschaftliche Folgen abgewogen werden.
Gorißens Entscheidung bedeutet, dass die bisherigen Regelungen vorerst bestehen bleiben. Die Ablehnung spiegelt sowohl tierschutzrechtliche als auch wirtschaftliche Bedenken wider – insbesondere um die Existenz kleiner Höfe. Angesichts anhaltender Krankheitsrisiken und des Drucks auf die Landwirtschaft dürfte die Debatte über Haltungsvorschriften für Geflügel jedoch weitergehen.






