18 April 2026, 06:12

Mediengruppe Stein und 18 Töchter melden Insolvenz an – Branche in der Krise

Altes Buch mit dem Titel "Deutschland-Bildheft - Offpreußens Ermland" aus dem Jahr 1927 mit einer Abbildung eines Zimmers mit Stühlen, einem Tisch, Gegenständen auf dem Tisch, Fotorahmen an der Wand und einer Leiter auf dem Cover.

Mediengruppe Stein und 18 Töchter melden Insolvenz an – Branche in der Krise

Deutschlands Fachmedien-Vertriebsbranche steht vor einem tiefgreifenden Umbruch, nachdem die Mediengruppe Stein und 18 ihrer Tochtergesellschaften Insolvenz angemeldet haben. Der Zusammenbruch gefährdet Umsätze in Höhe von rund 100 Millionen Euro und sorgt bei Branchenexperten für Warnungen vor weitreichender Verunsicherung. Betroffen ist auch die traditionsreiche A. Stein'sche Buchhandlung, die vor ihrer Insolvenzanmeldung am 17. September noch 80 Mitarbeiter beschäftigte.

Die Probleme begannen, als die seit langem etablierte A. Stein'sche Buchhandlung Mitte September Insolvenz beantragte. Nur wenige Wochen später folgte die Mediengruppe Stein – der zweitgrößte Fachmedien-Distributor Deutschlands mit 250 Mitarbeitern – Anfang Oktober nach. Auch ihre Tochterunternehmen, darunter Solon, Delbanco, Massmann und Albert Müller, meldeten Insolvenz an.

Die Mediengruppe Stein hatte in den vergangenen Jahren aggressiv expandiert und Unternehmen wie Solon, IMS, LSL, Frohberg und Delbanco übernommen. Doch die Integration dieser Betriebe gestaltete sich schwierig und belastete die Finanzen zusätzlich. Die Krise wirft nun Fragen zur Stabilität der gesamten Branche auf. Jörg Pieper, Leiter Content-Akquise und Verlagsbeziehungen bei Get More Brain, warnt vor wachsender Unsicherheit.

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Pieper war zuvor bis 2017 als Direktor der Bibliotheksprogramme bei Schweitzer Fachinformationen tätig – dem Hauptkonkurrenten von Stein. Seine Mahnungen zur Marktinstabilität fallen in eine Phase, in der die Branchenpublikation Börsenblatt mit ihren B+-Artikeln (ab 5 Euro pro Monat) weiterhin Einblicke liefert.

Die Insolvenzen hinterlassen eine große Lücke im Markt: 100 Millionen Euro Umsatz stehen plötzlich infrage. Unternehmen, die auf Steins Vertriebsnetz angewiesen waren, müssen nun nach neuen Partnern suchen. Unterdessen beobachten Analysten gespannt, wie sich die verbleibenden Akteure an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen werden.

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