14 March 2026, 12:11

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2022 für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Ein rotes und weißes Kissen mit der Aufschrift "Gerechtigkeit für Belarus" auf einem weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2022 für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Maria Kolesnikowa, eine führende belarussische Oppositionsfigur, erhält den Internationalen Karlspreis 2022

Die Auszeichnung würdigt ihren langjährigen Einsatz für Demokratie und freie Wahlen in einem Land, das weiterhin von Alexander Lukaschenko regiert wird. Ihr Kampf war mit hohen persönlichen Opfern verbunden, darunter Jahre im Gefängnis.

Der seit 1950 jährlich verliehene Karlspreis ehrt Persönlichkeiten, die sich um die europäische Einheit und Werte verdient gemacht haben. Kolesnikowa wurde für ihren "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen Lukaschenkos autoritäres Regime ausgezeichnet. 2020 war sie festgenommen worden, nachdem sie sich trotz Drohungen gegen ihre Sicherheit geweigert hatte, Belarus zu verlassen.

Ein Gericht verurteilte sie 2021 zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie wegen ihrer Rolle bei Protesten gegen Lukaschenkos umstrittene Wiederwahl. Anders als viele Oppositionsvertreter entschied sie sich, im Land zu bleiben, statt ins Exil zu fliehen. Die Preisverleihung fand im Aachener Krönungssaal statt, wo sie die Auszeichnung in absentia entgegennahm.

Bis Dezember 2025 gibt es keine offiziellen Bestätigungen über ihre Freilassung. Aktuelle Meldungen aus Belarus (Stand März 2026) berichten vor allem über kleinere innerstaatliche Vorfälle – politische Proteste oder Veränderungen in Lukaschenkos Herrschaft werden nicht erwähnt. Deutschland hatte zuvor Signal gegeben, ihr nach einer möglichen Freilassung politisches Asyl zu gewähren, doch weitere Entwicklungen blieben aus.

In diesem Jahr geht der Karlspreis an Mario Draghi, den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank und Italiens Ex-Ministerpräsidenten. Seine Wahl steht in der Tradition, Persönlichkeiten zu ehren, die Europas politische und wirtschaftliche Landschaft prägen.

Kolesnikowas Auszeichnung lenkt den Blick auf die anhaltende Repression in Belarus unter Lukaschenko. Der Preis unterstreicht ihre Rolle in der Oppositionsbewegung des Landes, auch wenn ihr aktueller Status offiziell unbestätigt bleibt. Ihr Kampf bleibt vorerst ein Symbol für den größeren Einsatz für demokratische Rechte in Osteuropa.

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