Maria Kalesnikava erhält Karlspreis nach Jahren in belarussischer Haft
Nadeshda SölzerMaria Kalesnikava erhält Karlspreis nach Jahren in belarussischer Haft
Maria Kalesnikava, eine zentrale Figur der prodemokratischen Bewegung in Belarus im Jahr 2020, hat den Internationalen Karlspreis nun endlich persönlich entgegengenommen. Die Auszeichnung, die ihr 2022 während ihrer Haftzeit verliehen wurde, würdigt ihren Einsatz gegen das autoritäre Regime. Ihre jüngste Freilassung aus der Haft und Ankunft in Deutschland markieren einen Wendepunkt nach Jahren der Inhaftierung.
Kalesnikava war im September 2020 in Minsk während der Massenproteste gegen die umstrittene Präsidentschaftswahl in Belarus festgenommen worden. Ein Jahr später wurde sie wegen ihrer Rolle in der Oppositionsbewegung zu elf Jahren Haft verurteilt.
2022 erhielt sie gemeinsam mit anderen belarussischen Oppositionspolitikern den Internationalen Karlspreis – eine der höchsten Auszeichnungen Europas. Der seit 1950 verliehene Preis ehrt Verdienste um die europäische Einheit und demokratische Werte. Damals saß Kalesnikava noch im Gefängnis und konnte nicht an der Verleihungszeremonie teilnehmen.
Ihre Freilassung erfolgte im Dezember 2025 zusammen mit 123 weiteren politischen Gefangenen und Aktivisten. Die unter US-Vermittlung ausgehandelte Vereinbarung ermöglichte ihr, Belarus zu verlassen und in Deutschland Asyl zu beantragen. Dort nahm sie nun in Aachen, wo die Auszeichnung traditionell überreicht wird, den Preis entgegen.
Ein kürzlich stattgefundenes Treffen zwischen Kalesnikava und dem bekannten deutschen Politiker Armin Laschet hat besondere Aufmerksamkeit erregt. Die Begegnung unterstreicht die anhaltende Unterstützung für demokratische Bewegungen in Belarus und ganz Europa.
Nach mehr als fünf Jahren in Haft lebt Kalesnikava nun in Deutschland. Ihre Anwesenheit bei der Karlspreis-Verleihung zeigt die internationale Anerkennung der belarussischen Opposition. Die Veranstaltung steht zugleich für die fortgesetzte Solidarität mit allen, die in der Region weiterhin für demokratische Freiheiten kämpfen.