16 April 2026, 18:13

Lohnstreit am Duisburger Hafen: Verdi kämpft für faire Tarifverträge und gleiche Bezahlung

Plakat mit zwei Personen vor einem Berg- und Baumhintergrund mit dem Text "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granit Arbeiter - Die Fair Wages Klausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Lohnstreit am Duisburger Hafen: Verdi kämpft für faire Tarifverträge und gleiche Bezahlung

Lohnstreit am Duisburger Hafen: Gewerkschaft Verdi fordert Tarifvertrag für faire Bezahlung

Am Duisburger Hafen, einem der größten Binnenhäfen Deutschlands, schwelt ein Konflikt um Löhne und Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft Verdi pocht auf einen Tarifvertrag, um die Bezahlung zu vereinheitlichen, während die Hafenleitung betont, die aktuellen Gehälter seien bereits angemessen. Die Spannungen haben sich verschärft, nachdem Vorwürfe laut wurden, dass Arbeiter am Duisburger Hafen im Vergleich zu Kollegen in anderen Häfen benachteiligt werden.

Im Mittelpunkt des Streits stehen die Gehaltsunterschiede zwischen Duisburg und tarifgebundenen Standorten wie Hamburg oder Bremerhaven. Kranführer in diesen Häfen verdienen demnach rund 5.000 Euro brutto bei einer 35-Stunden-Woche – zuzüglich weiterer Zulagen. In Duisburg hingegen beginnen Facharbeiter bei einer 40-Stunden-Woche laut Verdi bei nur 2.750 Euro.

Die Duisport-Geschäftsführung behauptet, alle Kranführer würden gleich bezahlt, doch Arbeiter widersprechen dieser Darstellung. Sie werfen dem Unternehmen vor, Löhne individuell auszuhandeln, was zu willkürlichen Unterschieden führe. Vier Beschäftigte von Duisport-Tochterfirmen berichten, ihre Arbeitsbedingungen und Löhne seien schlechter als in benachbarten öffentlichen Häfen.

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Verdi wirft dem Betriebsrat vor, die Interessen der Arbeiter nicht ausreichend zu vertreten und sie von Verhandlungen auszuschließen. Der Verdi-Sekretär Sören Brandes fordert einen flächendeckenden Tarifvertrag für den Duisburger Hafen und die Duisport AG, die zu einem Drittel der Stadt Duisburg und zu zwei Dritteln dem Land Nordrhein-Westfalen gehört. Duisport kontert, Verdi habe nicht alle Mitarbeiter befragt – insbesondere nicht jene, die außerhalb Duisburgs tätig seien.

Eine nicht repräsentative Verdi-Umfrage unter über 200 Beschäftigten ergab, dass 95 Prozent einen Tarifvertrag befürworten. Die Gewerkschaft stellt zudem die Behauptung von Duisport infrage, bereits "übertarifliche" Löhne ohne formale Vereinbarungen zu zahlen.

Der Konflikt zeigt die unterschiedlichen Lohn- und Arbeitsstandards in deutschen Häfen auf. Während Verdi auf eine einheitliche Regelung drängt, hält Duisport am bestehenden System fest. Die Entscheidung wird darüber entscheiden, ob die Facharbeiter in Duisburg künftig standardisierte Löhne und bessere Bedingungen erhalten.

Quelle