Kirchenaustritte in NRW sinken – doch der Mitgliederschwund bleibt dramatisch
Steve HeckerKirchenaustritte in NRW leicht gesunken - Kirchenaustritte in NRW sinken – doch der Mitgliederschwund bleibt dramatisch
Im Jahr 2025 traten in Nordrhein-Westfalen weniger Menschen aus der katholischen Kirche aus als im Vorjahr. Neue Zahlen zeigen einen leichten Rückgang der Austritte, während gleichzeitig die Besucherzahlen bei Gottesdiensten und die Erwachsenentaufen leicht stiegen. Dennoch warnen Experten, dass der insgesamt rückläufige Mitgliederschwund weiterhin bedeutend bleibt.
2025 verließen 84.440 Personen formal die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen – ein Rückgang gegenüber den 86.946 Austritten im Jahr 2024. In beiden großen Konfessionen, katholisch und protestantisch, sank die Gesamtzahl der Kirchenaustritte von 160.469 im Jahr 2024 auf 152.783 im Jahr 2025.
Das Erzbistum Köln verzeichnete einen ähnlichen Trend mit weniger Austritten. Gleichzeitig stieg dort die Zahl der Sonntagsgottesdienstbesucher von 90.694 auf 94.638. Im Durchschnitt nahmen sechs Prozent der Katholiken im Erzbistum wöchentlich an Messen teil. Auch die Erwachsenentaufen nahmen zu und stiegen von 199 im Jahr 2024 auf 315 im Jahr 2025.
Trotz dieser Entwicklungen sank die Gesamtzahl der Katholiken in Nordrhein-Westfalen von 5,8 Millionen auf 5,6 Millionen. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller relativierte die positiven Zahlen als "Schönfärberei" und bezeichnete die Gesamtentwicklung als "nach wie vor dramatisch".
Die aktuellen Daten zeichnen ein gemischtes Bild für die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen: Zwar verlangsamten sich die Austritte und einige Beteiligungszahlen verbesserten sich leicht, doch der Mitgliederschwund hält an. Die langfristigen Folgen dieser Trends bleiben abzuwarten.