17 April 2026, 04:10

Jugendkriminalität in NRW: Immer mehr Kinder werden gewalttätig – und immer jünger

Gruppe von Menschen mit einer Fahne, auf der "Deutschland, Lagerland Migration ist kein Verbrechen" steht, vor einem Gebäude mit Fenstern, umgeben von Gras, einem Metallzaun, Pflanzen, Bäumen und Fahnen auf Stangen unter einem bewölkten Himmel.

Jugendkriminalität in NRW: Immer mehr Kinder werden gewalttätig – und immer jünger

Jugendkriminalität in Nordrhein-Westfalen steigt seit Jahren dramatisch an

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Eine neue Studie zeigt: In Nordrhein-Westfalen hat die Jugendkriminalität in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen. Forscher der Universität zu Köln und des Landeskriminalamts haben einen besorgniserregenden Trend ausgemacht: Immer mehr Kinder begehen gewalttätige Straftaten – und zwar in immer jüngerem Alter.

Für die Untersuchung wurden über 3.800 Schülerinnen und Schüler der siebten und neunten Klassen an 27 Schulen in Gelsenkirchen, Marl und Herten befragt. Die Ergebnisse sind alarmierend: Die Zahl der Straftaten von Mädchen unter 14 Jahren stieg seit 2013 um fast 150 Prozent, bei Jungen derselben Altersgruppe um 104 Prozent.

Gewalt gegen Lehrkräfte, Polizei und Rettungskräfte nimmt zu Zunehmend häufiger kommt es zu Angriffen auf Lehrer, Polizisten und Einsatzkräfte. Schulen haben zunehmend Schwierigkeiten, Regeln durchzusetzen, da Verstöße oft ohne Konsequenzen bleiben. Gleichzeitig greifen Lehrkräfte seltener ein.

Besonders ausgeprägt ist der Anstieg bei Kindern mit Migrationshintergrund. Die registrierten Straftaten von ausländischen Schülerinnen und Schülern zwischen 11 und 13 Jahren haben sich in den drei untersuchten Städten zwischen 2013 und 2024 verdreifacht. Professor Clemens Kroneberg, der die Studie leitete, führt den Trend auf die Folgen der Pandemie und den Einfluss sozialer Medien zurück.

Innenminister fordert Debatte über Herabsetzung des Strafmündigkeitsalters Innenminister Herbert Reul reagierte auf die Ergebnisse mit dem Aufruf zu einer öffentlichen Diskussion über eine Senkung des Strafmündigkeitsalters. Die Studie zeigt zudem, dass Gewaltbereitschaft, Hass und Respektlosigkeit unter Jugendlichen zunehmen – und die Täter immer jünger werden.

Die Befunde deuten auf einen deutlichen Wandel im Verhalten von Kindern und Jugendlichen hin: Immer mehr von ihnen begehen Straftaten, und das bereits in frühem Alter. Behörden und Schulen stehen nun vor der Herausforderung, die Ursachen zu bekämpfen und gleichzeitig wirksame Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

Quelle