HKM in Duisburg kämpft ums Überleben nach Eigentümerwechsel und Stellenabbau
Zenon PechelHKM in Duisburg kämpft ums Überleben nach Eigentümerwechsel und Stellenabbau
Die Zukunft der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg steht auf dem Spiel, nachdem es zu einem bedeutenden Wechsel in der Eigentümerschaft gekommen ist. Das traditionsreiche Stahlwerk, dessen glühende Hochöfen nachts den Himmel erleuchten, ist einmal mehr nur knapp der Schließung entgangen. Nach einer neuen Vereinbarung wird die Salzgitter AG bis Juni 2026 die volle Kontrolle übernehmen – doch der Betrieb wird deutlich schrumpfen.
Seit 116 Jahren prägt HKM das Bild von Duisburg und hat sich durch Innovation, arbeiterfreundliche Politik und öffentliche Förderung mehrfach vor dem Aus gerettet. Doch nun gefährden die veralteten Hochöfen das Überleben des Werks. Zwar produziert der Standort noch immer über vier Millionen Tonnen Stahl pro Jahr, doch wie es mit der Kapazität weitergeht, bleibt ungewiss.
Die Probleme des Werks spiegeln die generellen Verzögerungen in der deutschen Stahlindustrie wider. Während Konkurrenten wie ArcelorMittal mit einer Investition von 1,3 Milliarden Euro in einen Lichtbogenofen für die Dekarbonisierung vorpreschen oder Salzgitter mit 322 Millionen Euro staatlicher Förderung auf grünen Wasserstoff-Stahl setzt, hinkt HKM hinterher. Hohe Kosten haben die Pläne für grüne Wasserstoff- und Direktreduktionsanlagen ausgebremst – das Werk bleibt damit im ökologischen Wandel zurück.
Die Eigentümerwechsel verschärfen den Druck. Der Mehrheitseigner Thyssenkrupp drängt auf einen schnellen Ausstieg aus HKM und hat vereinbart, bis Februar 2026 die volle Kontrolle an die Salzgitter AG zu übertragen. Der Deal sieht zwar finanzielle Unterstützung für die Umstrukturierung vor, doch auch der Liefervertrag zwischen beiden Unternehmen endet drei Jahre früher als geplant.
Für die Belegschaft wird der Übergang hart. Rund 1.000 Arbeitsplätze sollen bleiben, doch fast 2.000 Beschäftigte müssen in den kommenden Jahren das Werk verlassen. Nun wird ein Sozialplan benötigt, um die letzte Phase der Stellenstreichungen sozialverträglich zu gestalten.
Ob HKM überlebt, hängt davon ab, wie gut es sich unter der neuen Führung anpassen kann. Der Betrieb wird vorerst in reduziertem Umfang weiterlaufen, doch die langfristige Zukunft des ältesten deutschen Stahlwerks steht und fällt mit der Bewältigung ökologischer und finanzieller Herausforderungen. Mit weniger Beschäftigten und veralteter Infrastruktur bleibt der Weg in die Zukunft steinig.