Geflüchtete Kinder kämpfen trotz Schulpflicht um Chancengleichheit in Deutschland
Nadeshda SölzerGeflüchtete Kinder kämpfen trotz Schulpflicht um Chancengleichheit in Deutschland
Geflüchtete Kinder in Deutschland sehen sich trotz eines gesetzlichen Anspruchs auf Bildung weiterhin mit großen Herausforderungen in Schulen konfrontiert. Zwar gab es Fortschritte, doch Probleme wie Sprachbarrieren und soziale Ausgrenzung bleiben weit verbreitet. Eine aktuelle Erhebung in Berlin wies zudem auf Unterschiede in den schulischen Leistungen von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund hin.
Nach deutschem Recht und internationalen Abkommen wie der UN-Kinderrechtskonvention müssen geflüchtete Kinder zur Schule gehen. Dennoch gelingt vielen die volle Integration nur schwer. Bei etwa zwei Dritteln der geflüchteten Jungen – und einigen Mädchen – zeigen sich aggressives Verhalten, das oft mit ihren belastenden Lebensumständen zusammenhängt.
Sprachliche Hürden und Marginalisierung führen dazu, dass sich geflüchtete Schülerinnen und Schüler in Schulen oft untereinander eng verbinden. Fachleute empfehlen, den Sprachunterricht zu verbessern und gezielte Integrationsmaßnahmen einzuführen, um ihnen den Übergang in den regulären Unterricht zu erleichtern. Allerdings fehlen aktuelle Vergleichsdaten dazu, wie Bundesländer mit schlechten PISA-Ergebnissen diese Aufgabe in den vergangenen fünf Jahren bewältigt haben.
Im Gegensatz dazu besuchen Kinder deutscher Diplomaten und Führungskräfte im Ausland häufig deutsche oder internationale Schulen. Dieser Ansatz ermöglicht es ihnen, die Landessprache zu lernen, ohne den Anschluss an das heimische Bildungssystem zu verlieren. Unterdessen erreichten in Berlin Schülerinnen und Schüler der ersten Migrantengeneration im IQB-Bildungstrend 2024 in Mathematik leicht überdurchschnittliche Leistungen.
Geflüchtete Kinder stoßen in deutschen Schulen weiterhin auf Hindernisse – von sozialer Isolation bis hin zu schulischen Schwierigkeiten. Bessere Sprachförderprogramme und Integrationsbemühungen könnten ihnen den Einstieg in den Regelunterricht erleichtern. Die Leistungsunterschiede, wie sie etwa in Berlin sichtbar werden, zeigen, dass die Ergebnisse stark von Unterstützung und Herkunft abhängen.






