FDP-Chef Höne greift Kanzler Merz an und kündigt Kandidatur an
Henning Höne, Landesvorsitzender der FDP Nordrhein-Westfalen, hat Bundeskanzler Friedrich Merz zum Jahrestag der schwarz-roten Koalition scharf kritisiert. Er warf der Regierung vor, die wirtschaftlichen Probleme des Landes zu ignorieren und zentrale Wahlversprechen gebrochen zu haben. Gleichzeitig kündigte Höne an, bei dem anstehenden Parteitag Ende Mai für den FDP-Bundesvorsitz zu kandidieren.
Höne bezeichnete die Wirtschaft unter Merz’ Führung als das „größte Sorgenkind“ der Nation. Der Kanzler habe einen „außerordentlich schwachen“ Start hingelegt, so Höne, und forderte von der Regierung mehr Selbstkritik ein. Die Beliebtheit der Koalition sei schneller gesunken als die der vorherigen Ampelregierung gegen Ende deren Amtszeit.
Der FDP-Landeschef griff Merz zudem an, weil dieser marktwirtschaftliche Prinzipien zugunsten sozialdemokratischer Politik aufgebe. Besonders kritisierte er die geplante Reform der gesetzlichen Krankenversicherung, die seiner Meinung nach sowohl für Arbeitnehmer als auch Unternehmen höhere Kosten bedeuten werde. Höne monierte außerdem die Verzögerungen bei der Umsetzung bereits beschlossener Reformvorhaben und forderte statt Untätigkeit dringendes Handeln.
Seine Äußerungen fielen mit der Bekanntgabe seiner Kandidatur für den FDP-Vorsitz zusammen, über die auf dem Parteitag am 25. Mai entschieden werden soll.
Hönes Kritik unterstreicht die Spannungen innerhalb der Koalition in Fragen der Wirtschaftspolitik und Reformstaus. Sein Vorstoß für den Parteivorsitz erhöht den Druck auf die FDP, vor der Abstimmung eine klare inhaltliche Neuausrichtung vorzunehmen. Das Ergebnis könnte die Position der Partei in zentralen Themen wie Krankenkassenbeiträgen und Marktreformen maßgeblich prägen.






