13 March 2026, 14:11

Erzbistum Paderborn: 489 Missbrauchsfälle aufgedeckt – Forderungen nach Konsequenzen wachsen

Ein Buch mit Bildern und Texten, die die Geschichte der katholischen Kirche dokumentieren, einschließlich Bilder von ihren Räumen, Korridoren und erhaltenen Artefakten.

Bischof von Paderborn Bentz bittet um Vergebung nach Missbrauchsstudie - Erzbistum Paderborn: 489 Missbrauchsfälle aufgedeckt – Forderungen nach Konsequenzen wachsen

Das Erzbistum Paderborn steht wegen seines Umgangs mit Missbrauchsfällen erneut in der Kritik. Eine aktuelle Studie deckte 489 Vorfälle zwischen 1941 und 2002 auf, an denen 210 beschuldigte Personen beteiligt waren. Nun mehren sich die Forderungen, Straßen umzubenennen, die zwei verstorbenen Kardinäle ehren, die mit dem Skandal in Verbindung gebracht werden.

Die Missbrauchskrise der deutschen katholischen Kirche war erstmals 2010 öffentlich geworden. Seither haben die Bistümer versucht, das Problem aufzuarbeiten und haben bis zu dieser Woche 93 Millionen Euro an Entschädigungen an Überlebende gezahlt.

Eine vom Erzbistum Paderborn in Auftrag gegebene Studie förderte 489 Fälle sexuellen Missbrauchs über sechs Jahrzehnte zutage. Bischof Udo Markus Bentz bezeichnete die Ergebnisse als Beleg für ein systemisches Versagen. Öffentlich bat er die Opfer um Vergebung und räumte das Ausmaß des Leidens ein.

Auch gegen den verstorbenen Kardinal Johannes Joachim Degenhardt, der das Erzbistum jahrzehntelang leitete, wurden Vorwürfe erhoben. Das Erzbistum kündigte an, die unabhängigen Ermittlungen zu vertiefen, insbesondere zu Degenhardts Rolle. Seit dem Bericht von 2023 wurden jedoch keine aktualisierten Zahlen zu bestätigten Fällen oder laufenden Untersuchungen veröffentlicht.

Unterdessen fordert ein Opferverband die Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße und des Kardinal-Degenhardt-Platzes. Die Initiative argumentiert, dass eine Ehrung dieser Persönlichkeiten angesichts der Vorwürfe der Vertuschung unangemessen sei.

Das Erzbistum Paderborn hat sich zu weiteren Untersuchungen verpflichtet, doch seit 2023 wurden keine neuen Daten zu den Fällen bekannt gegeben. Überlebende fordern weiterhin Konsequenzen, während die Debatte über öffentliche Ehrungen für die belasteten Kardinäle weiter ungelöst bleibt. Die bisher gezahlten 93 Millionen Euro spiegeln die anhaltenden Bemühungen wider, das verursachte Leid anzuerkennen und wiedergutzumachen.

Quelle