Christian Ulmen in der Krise: Ex-Frau wirft ihm digitale Identitätsfälschung vor
Steve HeckerChristian Ulmen in der Krise: Ex-Frau wirft ihm digitale Identitätsfälschung vor
Schauspieler und Komiker Christian Ulmen sieht sich schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau Collien Fernandes ausgesetzt. Sie wirft ihm vor, in ihrem Namen gefälschte Online-Profile erstellt, explizite Inhalte verbreitet und unter ihrer Identität an Online-Dating teilgenommen zu haben. Fernandes bezeichnet diese Handlungen als "virtuelle Vergewaltigung" und erklärt, sie hätten sich über mehrere Jahre wiederholt.
Die Anschuldigungen haben die Kritik an Ulmens früherem Werk neu entfacht, das häufig frauenfeindliche Themen und herabwürdigende Darstellungen von Frauen enthielt.
Bekannt wurde Ulmen in den mittleren 2000er-Jahren durch die Reality-TV-Show "Mein neuer Freund", in der er wöchentlich einen anderen schrecklichen Freund spielte – stets im Wettbewerb um den Titel des schlechtesten Partners. Das Konzept der Sendung sah vor, dass Frauen ihren neuen Freund der Familie vorstellten, wobei derjenige mit dem schlimmsten Benehmen gewann. Eine seiner prägendsten Figuren war Alexander von Eich, ein reicher, aristokratischer Snob.
Später trat er in der satirischen Quizshow "Wer will meine Freundin vögeln?" als Uwe Wöllner auf, eine Figur mit schiefem Gebiss. In der Sendung konkurrierten Männer darum, wer die "heißeste" Freundin hatte – begleitet von peinlichen Challenges. Kritiker argumentieren nun, dass Ulmens Bühnenpersona, die oft Frauen verspottete oder herabsetzte, angesichts der aktuellen Vorwürfe in einem neuen, problematischen Licht erscheint.
Fernandes' Schilderungen erinnern an andere Fälle, in denen Männer Frauen verletzt haben, und viele fordern Konsequenzen. Der Satz "Die Scham muss die Seite wechseln", ursprünglich geprägt von der Missbrauchsüberlebenden Gisèle Pelicot, wird nun als Aufruf nach Gerechtigkeit verwendet. Als die Beziehung zwischen Ulmen und Fernandes 2010 öffentlich wurde, hinterfragten einige Beobachter – darunter auch die Autorin – ihre Partnerwahl. Heute rücken ihre Vorwürfe Ulmens Verhalten, sowohl privat als auch in der Öffentlichkeit, in den Fokus.
Fernandes' Anschuldigungen zeichnen das Bild einer langjährigen Manipulation und Misshandlung. Der Fall reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Frauen, die sich gegen schädliches Verhalten einflussreicher Männer zur Wehr setzen. Ulmens frühere Rollen, einst als Satire abgetan, werden unterdessen mit kritischerem Blick neu bewertet.






