17 April 2026, 06:14

Alte Holzöfen in NRW bleiben trotz Verbots weiter in Betrieb

Papier mit gedrucktem Text, der die Dienstleistungen des Schornsteinfegers Thomas Sparks bewirbt, einschließlich seines Titels, seines Standorts in Clark's Alley nahe Bishopsgate und einer Behauptung, dass er Schornsteinbrände sicher löschen kann.

Alte Holzöfen in NRW bleiben trotz Verbots weiter in Betrieb

Alte Holzöfen, die Emissionsgrenzwerte nicht einhalten, sind in Deutschland nun offiziell verboten. Die Bundesregierung hatte als Stichtag den 31. Dezember 2024 gesetzt, um nicht konforme Modelle schrittweise abzuschaffen – doch bei der Umsetzung hapert es. In Nordrhein-Westfalen (NRW) fehlt es an einer rechtlichen Grundlage, sodass viele umweltschädliche Öfen weiterhin in Betrieb sind – ohne Konsequenzen für die Besitzer.

Grundlage für das Verbot ist eine Novelle der Ersten Bundesimmissionsschutzverordnung aus dem Jahr 2010. Ziel war es, die Feinstaubbelastung zu verringern, indem ältere, stark verschmutzende Öfen aus Haushalten verschwinden. Rheinland-Pfalz ging früh voran und setzte die Emissionsgrenzen bereits seit 2018 durch. NRW hingegen hinkt hinterher und lässt Tausende nicht konforme Öfen unkontrolliert weiterlaufen.

Thomas Mücher, Gründer der Clean-Air-Initiative Luft Köln, verdeutlichte das Ausmaß des Problems. Seine Messungen zeigten, dass ein einziger alter Ofen bis zu 28 Gramm Feinstaub ausstoßen kann – weit über den gesetzlichen Grenzwerten. Moderne Öfen emittieren deutlich weniger, doch die private Holzheizung verursacht nach wie vor mehr Feinstaub als der Straßenverkehr.

NRW-Umweltminister Oliver Krischer kündigte kürzlich eine Nachschärfung an, um die Lücke zu schließen. Ab Januar 2026 müssen Schornsteinfeger gesetzlich melden, wenn Öfen gegen die Emissionsvorgaben verstoßen. Wer nach Fristablauf weiterhin verbotene Modelle nutzt, riskiert Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Kritiker monieren jedoch, dass die Regelung für den kommenden Winter zu spät kommt. Ohne eine formelle Verordnung könnten Städte zudem mit einer Flut an gemeldeten Verstößen überfordert sein.

Das Fristende 2024 markiert das Aus für einen jahrzehntelangen Ausstiegsprozess aus schmutzigen Öfen. Während einige Regionen die Vorschriften bereits seit Jahren umsetzen, bedeutet NRWs zögerliche Haltung, dass viele Haushalte eine weitere Heizsaison ohne Einschränkungen bestreiten. Die geplante Meldepflicht soll die Einhaltung verschärfen – ihre Wirkung wird sich aber erst ab 2026 entfalten.

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