17 April 2026, 08:11

AfD-Erfolge in Duisburg: Wie Ängste und soziale Missstände die Politik verändern

Ausführliche alte Karte von Weimar, Deutschland, die Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, begleitet von Text über die Bevölkerung und bemerkenswerte Merkmale der Stadt.

Die Stadtlandschaft und der Osten: Im Angstbereich der deutschen Politik - AfD-Erfolge in Duisburg: Wie Ängste und soziale Missstände die Politik verändern

Der Aufstieg der rechtsextremen AfD in Deutschlands industriellem Kernland bringt alte Ängste und neue Spannungen deutlich zum Vorschein. In Duisburg, einst als strukturschwache Stadt abgetan, stellt die Partei heute die zweitstärkste Fraktion im Stadtrat. Unterdessen diskutieren Politikanalysten und Aktivisten, wie man den Sorgen begegnen kann, die diesen Wandel vorantreiben.

Der Kolumnist Martin Debes hat kürzlich auf die wachsenden "Angsträume" in Deutschland hingewiesen – von Kleinstadtbahnhöfen, an denen sich Faschisten versammeln, bis hin zu Zügen, die von betrunkenen Fußballfans gestört werden. Diese Probleme sind nicht neu, doch ihre politische Wirkung lässt sich nicht länger ignorieren.

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Der Erfolg der AfD in Duisburg spiegelt tiefere soziale und wirtschaftliche Probleme wider.Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, nennt Migration, Deindustrialisierung, vererbte Armut und langjährige Ausgrenzung als zentrale Faktoren. Jahrelang, so seine Kritik, habe die etablierte Politik diese Themen entweder ignoriert oder mit leeren Versprechungen beantwortet. Die AfD hingegen habe ein Jahrzehnt damit verbracht, Ängste vor dem "Fremden" und wirtschaftlicher Unsicherheit auszunutzen.

Banaszak hat eine "Ost-Offensive" gestartet, um Wähler in jenem Teil Deutschlands zurückzugewinnen, den manche als den "wilden Osten" bezeichnen. Sein Ansatz setzt auf emotionale Ansprache statt auf Abwertung. In einem aktuellen Beitrag kritisierte er die enge Auslegung des Begriffs "Stadtbild" durch CDU-Chef Friedrich Merz als realitätsfremd – besonders für abgehängte Gemeinden. Stattdessen betont Banaszak, dass progressive Kräfte die Ängste der Menschen ernst nehmen müssten, ohne diejenigen zu dämonisieren, die sie äußern.

Die Sprache der Angst ist seit langem Teil der AfD-Strategie. Schon 2015 behauptete Björn Höcke, der thüringische Parteichef, "die Angsträume wüchsen, besonders für blonde Frauen". Solche Aussagen bedienen ein tiefer liegendes Unbehagen in Sachen Sicherheit und Identität. Debes' Berichte über den "ganz nahen Osten" – ein Begriff für Deutschlands eigene Problemregionen – zeigen, wie sich diese Ängste im Alltag manifestieren, von Bahnsteigen bis zu innerstädtischen Straßen.

Für Banaszak liegt die Lösung darin, die Menschen dort abzuholen, wo sie stehen. Wenn es der progressiven Politik gelinge, Ängste mit Ehrlichkeit und Handeln zu begegnen, so seine Überzeugung, könnten selbst die AfD-Hochburgen im Osten wieder umkämpft werden.

Die wachsende Präsenz der AfD in Städten wie Duisburg ist Ausdruck langjähriger, ungelöster Missstände. Banaszaks "Ost-Offensive" markiert einen Strategiewechsel – weg vom Belehren, hin zum Zuhören. Ob dieser Ansatz die Anziehungskraft der AfD brechen kann, bleibt abzuwarten. Doch die Debatte über Deutschlands "Angsträume" findet längst nicht mehr nur am Rand statt.

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