17 March 2026, 12:12

Zuckerrübenbauern testen neue Methoden gegen sinkende Erträge und fallende Preise

Nahaufnahme einer Blattschneiderbiene auf dem Boden umgeben von trockenen Blättern und Gras.

Zuckerrübenbauern testen neue Methoden gegen sinkende Erträge und fallende Preise

Deutsche Zuckerrübenbauern kämpfen mit fallenden Preisen, schrumpfenden Anbauflächen und wachsenden Bedrohungen durch Schädlinge und Krankheiten. Um rentabel zu bleiben, testen viele Landwirte neue Pflanzenschutzmethoden. Ein Betrieb in Nordrhein-Westfalen verzeichnete in jüngsten Versuchen vielversprechende Ergebnisse mit einer Kombination aus Herbiziden und Biostimulanzien.

Die Zuckerrübenproduktion in Deutschland steht seit Jahren unter Druck. Zwischen 2023 und 2026 sank die Anbaufläche in den wichtigsten Regionen – Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg – von etwa 38.000 Hektar auf voraussichtlich 37.000 Hektar. EU-Quotenänderungen, Ertragsschwankungen und Fruchtfolgevorschriften spielten eine Rolle, doch besonders hart trafen die Landwirte niedrige Preise und die Konkurrenz durch zollfreie Importe. Einige Betriebe haben ihre Rübenflächen um bis zu 30 Prozent reduziert.

Hinzu kommen Herausforderungen durch Unkräuter, Krankheiten und Schädlinge. Resistente Hirsearten, die Cercospora-Blattfleckenkrankheit und das Rübenvergelbungsvirus (SBR) – übertragen durch die Zikade Hyalesthes obsoleta – bedrohen die Erträge. Notfallzulassungen für bestimmte Chemikalien brachten zwar Entlastung, doch die Landwirte suchen nachhaltige Lösungen.

Auf dem Gut Metternich-Ratibor-Corvey KG in Höxter führte Betriebsleiter Marius Feldmann auf 44 Hektar Versuche mit dem Herbizid Rinpode und dem Biostimulans Kinsidro Grow durch. Der Wirkstoff florpyrauxifen-benzyl in Rinpode wirkt anders als herkömmliche Auxin-Herbizide und bekämpft Unkräuter, ohne die Rüben nennenswert zu schädigen. Erste Ergebnisse zeigten eine wirksame Kontrolle von Hirse und anderen Unkräutern sowie eine bessere Handhabung und Verträglichkeit. Feldmanns Tests deuten darauf hin, dass diese Behandlungen den Zuckerertrag um bis zu einer zusätzlichen Tonne pro Hektar steigern könnten.

Die Versuche weisen auf mögliche Gewinne bei Ertrag und Effizienz hin. Falls sich neue Lösungen wie Rinpode als zuverlässig erweisen, könnten sie den Landwirten helfen, einen Teil der Verluste durch sinkende Preise und steigende Kosten auszugleichen. Vorerst passen die Erzeuger ihre Strategien weiter an, während Markt- und Umweltdruck anhalten.

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