Willich stoppt Kita-Neubauten – Eltern kämpfen um kurze Wege und Transparenz
Steve HeckerWillich stoppt Kita-Neubauten – Eltern kämpfen um kurze Wege und Transparenz
Willich stoppt zwei geplante Kita-Neubauten – Eltern fordern Aufklärung
Wegen finanzieller Engpässe und sinkender Nachfrage hat die Stadt Willich zwei geplante Kita-Projekte gestoppt. Einziges verbleibendes kommunales Bauvorhaben ist das generationenübergreifende Zentrum Reinershof, in das nun die Kita Alperof integriert werden soll. Eltern und lokale Initiativen kritisieren die Entscheidungen der Stadtverwaltung und verlangen klare Antworten.
Anfang März hatten Vertreter des Fördervereins der Kita Alperof in einem offenen Brief an Bürgermeister Pakusch um einen Dialog zu den gestrichenen Projekten gebeten – vergeblich. Nun wird ein zweiter Brief vorbereitet, in dem die städtischen Angaben zu längeren Anfahrtswegen für betroffene Familien infrage gestellt werden sollen.
Unterdessen hat die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" auf die Bedeutung wohnortnaher Betreuungsangebote aufmerksam gemacht. Das Reinershof-Zentrum bleibt das einzige Neubauprojekt der Stadt und wird über eine öffentlich-private Partnerschaft finanziert: Ein Investor übernimmt die Baukosten, die Stadt stellt das Grundstück und sichert den Betrieb ab.
Zusätzliche Mittel fließen aus dem NRW-Programm "Zukunft investieren" – bis zu fünf Millionen Euro sind für 2024 vorgesehen –, sowie aus einem bewilligten EU-EFRE-Zuschuss in Höhe von 2,3 Millionen Euro für 2025. Dennoch bleiben Fragen zur Rolle der Stadt und zur langfristigen Tragfähigkeit des Projekts offen.
Elterninitiativen haben Bürgermeister Pakusch mittlerweile zu einer öffentlichen Diskussion eingeladen. Im Fokus stehen die Transparenz der Finanzierung sowie die Folgen des Rückbaus von Betreuungsplätzen in der Region.
Das Reinershof-Zentrum wird als einzige neue Kita in Willich realisiert und nimmt die Kita Alperof in ein gemischtes Finanzierungsmodell auf. Eltern suchen weiterhin nach Antworten zu den gestrichenen Projekten und den Auswirkungen auf ihre Wegezeiten. Die Stadt hat auf ihre Dialogangebote bisher nicht reagiert.






