24 April 2026, 16:15

Wie eine Dorfinitiative Geflüchteten in Schildgen ein neues Leben ermöglichte

Plakat zum 70-jährigen Jubiläum des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, mit einer Gruppe von Menschen umgeben von Text und Zahlen in einem Rahmen.

Wie eine Dorfinitiative Geflüchteten in Schildgen ein neues Leben ermöglichte

Vor zehn Jahren schlossen sich Bewohner von Schildgen zusammen, um Geflüchtete in ihrer Gemeinde zu unterstützen. Die 2015 gestartete Initiative hat seitdem Dutzenden Menschen geholfen, ihr Leben neu aufzubauen – viele von ihnen arbeiten heute, studieren oder sprechen fließend Deutsch. Einer von ihnen ist Youssef Messraba, ein syrischer Geflüchteter, der im selben Jahr ankam und sich seitdem zum Elektroniker ausbilden ließ, während er parallel eine weitere schulische Laufbahn verfolgt.

2015 gründeten etwa 100 Einheimische die Initiative Willkommen in Schildgen, um Geflüchteten im Alltag zur Seite zu stehen. Ehrenamtliche halfen bei Behördengängen, Arztterminen, Deutschkursen und der Berufsorientierung. Anlässlich des Jubiläums zeigt nun die Ausstellung Himmel un Ääd 21 farbige Porträts von Geflüchteten – zu sehen bis zum 6. Dezember im Kulturzentrum Schildgens.

Youssef Messraba gehörte zu denen, die 2015 ankamen. Mit Unterstützung der Initiative schloss er seine Ausbildung zum Elektroniker ab und studiert inzwischen Elektro- und Medizintechnik. Doch auch er erlebte Vorurteile – an der Universität wie im eigenen Viertel. Trotzdem hat er sich ein Leben in Deutschland aufgebaut: Seit drei Jahren lebt er mit einer deutschen Freundin in Köln und hat einen engen Freundeskreis aus Deutschen.

Die Bilanz der Initiative ist beeindruckend: Zehn Jahre später haben 72 Prozent der Geförderten einen Job, 15 Prozent befinden sich in Ausbildung oder Studium. Die meisten sprechen fließend Deutsch. Bei der Jubiläumsveranstaltung Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen am 28. November im Himmel un Ääd blicken sie auf ihre Wege zurück.

Messrabas Geschichte steht für Fortschritt – aber auch für anhaltende Herausforderungen. Seit 20 Monaten wartet er auf die deutsche Staatsbürgerschaft, eine Verzögerung, die zeigt, welche Hürden Geflüchtete noch immer überwinden müssen. Gleichzeitig erinnern Ausstellung und Veranstaltung daran, wie gemeinschaftliches Engagement Leben verändern kann: Viele tragen heute durch Arbeit, Bildung und Integration aktiv zur deutschen Gesellschaft bei.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle