Was Weidemilch wirklich bedeutet – und warum nicht alle Kühe grasen
Nicht alle Milch stammt von Kühen, die das ganze Jahr über frei auf der Weide grasen. Zwar suggerieren manche Produktkennzeichnungen eine bessere Tierhaltung, doch die Regelungen sind oft unübersichtlich. Die Verbraucherzentrale NRW hat nun klargestellt, was Begriffe wie Weidemilch für Kundinnen und Kunden tatsächlich bedeuten.
Milch mit der einfachen Kennziffer „3“ kann von Kühen stammen, die ganzjährig im Stall gehalten werden. Fehlt der Zusatz Weidemilch, gibt es keine Garantie für Weidegang. Selbst bei dieser Bezeichnung dürfen die Tiere den Großteil des Jahres im Stall verbringen – für das Label Weidemilch sind lediglich 120 Tage auf der Weide vorgeschrieben.
Doch nicht alle Weidemilch-Produkte halten dieselben Standards ein. Kennzeichen wie „Pro Weideland“, „Für mehr Tierschutz“ (Premium-Stufe) oder Bio-Siegel gehen weiter und verbieten etwa die Anbindung der Tiere. Gleiches gilt für die Haltungsformen 3, 4 und 5 auf der Verpackung. Sabine Klein von der Verbraucherzentrale NRW weist auf diese Unterschiede hin, um Verbraucherinnen und Verbrauchern eine informierte Wahl zu ermöglichen.
Der Begriff Weidemilch selbst ist rechtlich nicht geschützt. Das bedeutet, dass Hersteller ihn ohne strenge Kontrollen verwenden dürfen. Ausführliche Hinweise bietet die Verbraucherzentrale NRW unter www.verbraucherzentrale.nrw/node/35574.
Wer Milch von Kühen mit regelmäßigem Auslauf sucht, sollte auf die Angabe Weidemilch sowie zusätzliche Tierschutzlabel achten. Die Verbraucherzentrale NRW rät, dass nur bestimmte Zertifizierungen eine Anbindung verbieten und mehr Weidezeit garantieren. Ohne solche Kennzeichnungen können die Tiere den Großteil ihres Lebens im Stall verbringen.






