VAR-Debatte im DFB-Pokal: Warum Schiedsrichterfehler die Diskussion neu entfachen
Zenon PechelVAR-Debatte im DFB-Pokal: Warum Schiedsrichterfehler die Diskussion neu entfachen
Die Nutzung des Video-Assistenten (VAR) im deutschen Fußball hat nach jüngsten Fehlentscheidungen im DFB-Pokal eine neue Debatte ausgelöst. Umstrittene Schiedsrichterentscheidungen, darunter ein übersehener Abseitsfehler und ein fälschlich aberkanntes Tor, haben die Forderungen nach einem früheren Einsatz des VAR im Wettbewerb wieder laut werden lassen. Doch finanzielle und logistische Hürden sind noch immer ungelöst.
Beim DFB-Pokal-Duell zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern München übersahen Schiedsrichter Tobias Welz und sein Team ein deutliches Abseits von Leroy Sané. Der Fehler führte zu einem entscheidenden Tor, das die Partie zugunsten der Bayern drehte. Unterdessen wurde Eintracht Frankfurt in einem 1:1 gegen den 1. FC Heidenheim ein möglicher Siegtreffer nach einem VAR-Fehler aberkannt. Trainer Dino Toppmöller kritisierte die Entscheidung im Nachhinein scharf und betonte, ein reguläres Tor sei zu Unrecht annulliert worden.
Das aktuelle VAR-System in der Bundesliga und 2. Bundesliga kostet jährlich rund 11 Millionen Euro, hinzu kommen etwa eine Million Euro für das Personal. Auf 612 Spiele umgelegt entstehen so Kosten von knapp 20.000 Euro pro Partie. Eine Ausweitung des VAR auf die frühen Runden des DFB-Pokals würde erhebliche Zusatzausgaben bedeuten, da viele Vereine außerhalb der DFL nicht über die nötige Technik verfügen.
Der ehemalige Schiedsrichter Jochen Drees, heute Innovationschef bei der DFB Schiri GmbH, hält einen VAR-Einsatz ab der zweiten Runde für machbar. Auch Bayern-Chef Max Eberl unterstützt diesen Vorschlag und argumentiert, dass Spiele mit hohem Einsatz mehr Präzision erfordern. Allerdings ist die Finanzierung einer solchen Änderung noch nicht geklärt.
Der Vorstoß für einen früheren VAR-Einsatz im DFB-Pokal steht vor praktischen Herausforderungen, darunter Kosten und Infrastruktur. Vereine und Verantwortliche müssen nun abwägen, ob die Vorteile fairerer Entscheidungen die finanzielle Belastung rechtfertigen. Bis auf Weiteres bleibt die Diskussion aktuell – solange Fehler das Thema in der Öffentlichkeit halten.






