03 April 2026, 06:12

"Sünderwald" fällt der Kettensäge zum Opfer – trotz Protest und Nostalgie

Luftaufnahme eines gro├čen Industriegebiets in Leipzig, Deutschland, mit Geb├Ąuden, Vegetation, Stra├čen und Strommasten, sowie dem Text 'Leipzig Germany - Bell Europe' unten.

Was Sie über die Rückeroberung des 'Sündlichen Waldes' wissen müssen - "Sünderwald" fällt der Kettensäge zum Opfer – trotz Protest und Nostalgie

Der "Sünderwald" – ein kleines Waldstück nahe dem Tagebau Hambach – soll trotz lokalen Widerstands gerodet werden. Benannt nach alten Erzählungen über heimliche Treffen der Dorfjugend, besitzt das Gebiet für viele Anwohner einen nostalgischen Wert. Kritiker werfen nun vor, dass seine Zerstörung nicht etwa dringenden Bedürfnissen dient, sondern einem Luxus-Yachthafen zugutekommen soll.

Das Schicksal des Waldes war im Januar besiegelt worden, als das Oberverwaltungsgericht Münster entschied, dass die Rodung keine Verstöße gegen den Artenschutz darstelle. Der Energiekonzern RWE, der für das Projekt verantwortlich ist, betont, dass alle notwendigen Genehmigungen und Umweltprüfungen vorlägen. Das Unternehmen argumentiert, der hier abgebauten Kies sei essenziell, um die Ufer eines künftigen Sees zu stabilisieren – Teil des Plans von Nordrhein-Westfalen, die ehemaligen Braunkohlegruben bis 2030 zu fluten.

Die Fällarbeiten sollen am 1. Oktober beginnen, während die Stadt Kerpen ab dem 20. Oktober ein Betretungsverbot für die Öffentlichkeit durchsetzen wird. Anders als der benachbarte Hambacher Forst fällt dieses kleinere Waldstück nicht unter den "Braunkohle-Kompromiss" von 2020 und genießt daher weniger rechtlichen Schutz. Jahrzehntelanger Braunkohleabbau hat die Region im Rheinischen Revier bereits mit tiefen, mondähnlichen Kratern gezeichnet.

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Gegner der Rodung halten den Wald für ein intaktes Ökosystem, das für nicht essenzielle Vorhaben geopfert werde. RWE hingegen besteht darauf, dass die Arbeiten notwendig seien, um das Gebiet für die Nachnutzung als Erholungssee vorzubereiten.

Die Räumung des "Sünderwalds" markiert einen weiteren Schritt im Ausstieg der Region aus der Braunkohle. Mit den rechtlichen Genehmigungen in der Hand wird RWE die Abbauarbeiten vorantreiben, während Kritiker weiterhin die ökologischen Kosten des Projekts infrage stellen. Die Rodung wird eine Landschaft unwiederbringlich verändern, die eng mit der lokalen Geschichte und dem Brauchtum verbunden ist.

Quelle